Talbot Murena: Mittelmotor, drei Sitze, kein Rost

Maia Schmied
Maia Schmied

Rostfrei durch die Zeit: Dank Vollverzinkung ist der Talbot Murena ein haltbarer Klassiker. Wir zeigen, was den Dreisitzer mit Mittelmotor so besonders macht.

Talbot Murena
Keilform-Ästhetik: Mit einem cw-Wert von nur 0.32 gehörte der Murena Anfang der 80er Jahre zu den aerodynamischsten Fahrzeugen seiner Klasse. - Alexander Migl

In den frühen 1980er-Jahren sorgte ein französisches Modell für Aufsehen, das aerodynamische Effizienz mit Alltagstauglichkeit kombinierte. Die Rede ist vom Talbot-Matra Murena, dessen keilförmige Karosserie auch heute noch ein wahrer Blickfang ist.

Hinter dem Fahrerhaus arbeitet ein quer eingebautes Triebwerk, das für eine ausgewogene Gewichtsverteilung sorgt. So sorgte der Franzose für eine damals aussergewöhnliche Agilität auf kurvigen Strassen.

Wer heute ein gut erhaltenes Exemplar sichtet, erkennt sofort die markante Silhouette des exotischen Dreisitzers. Dieses Fahrzeug verkörpert den Mut zu technischer Innovation und unkonventionellem Design.

Einzigartige Sitzanordnung im Fokus

Der Murena bricht mit der traditionellen Anordnung von Sportwagensitzen im Innenraum. Statt der üblichen zwei Plätze finden hier drei Personen nebeneinander Platz.

Talbot Murena
GFK-Bauweise: Die Karosseriepaneele bestehen aus glasfaserverstärktem Polyester, was sie absolut unempfindlich gegen Beulen und Rost macht. - Alexander Migl

Der mittlere Sitz lässt sich bei Bedarf einfach umklappen und dient dann als praktische Armlehne. Diese Bauweise ermöglichte ein kompaktes Design ohne Verzicht auf die Mitnahme von zwei Passagieren.

Man sitzt tief über dem Asphalt und geniesst eine ungehinderte Sicht durch die grosse Glasfläche. Die Ingenieure bewiesen hiermit grossen Pioniergeist zur unkonventionellen Raumausnutzung in der Automobilgeschichte.

Rostfreiheit als bahnbrechendes Erbe

In einer Ära, in der viele Autos bereits im Prospekt zu rosten schienen, setzte Matra neue Massstäbe. Der Murena war das erste Serienfahrzeug weltweit mit einem komplett feuerverzinkten Chassis.

Talbot Murena
Kurze Ära: In der nur dreijährigen Produktionszeit verliessen insgesamt nur 10'680 Exemplare das Werk in Romorantin. - Alexander Migl

Diese technische Innovation schützt das Skelett des Wagens dauerhaft vor Korrosion und Umwelteinflüssen. Die darüber liegende Karosserie besteht zudem aus leichten Verbundwerkstoffen wie glasfaserverstärktem Kunststoff.

Besitzer profitieren noch heute von dieser weitsichtigen Entscheidung der französischen Konstrukteure. Ein gut gepflegter Rahmen stellt die ideale Basis für eine langfristige Oldtimer-Investition dar.

Fahrspass durch Leichtbau und Mittelmotor

Zunächst stand ein 1.6-Liter-Motor zur Verfügung, der für solide Fahrleistungen im Alltag sorgte. Später folgte die leistungsstärkere 2.2-Liter-Variante mit deutlich mehr Drehmoment für sportlichere Etappen.

Talbot Murena
Materialmix der 80er: Typisch für die Ära dominieren verschiedene Kunststoffe und Veloursstoffe in Braun-, Grau- oder Schwarztönen den Innenraum. - Alexander Migl

Besonders begehrt ist heute die seltene S-Version, die mit optimierter Ansaugung stolze 142 PS mobilisiert. Das geringe Leergewicht von knapp über 1000 Kilogramm ermöglicht eine beeindruckende Agilität in engen Kurven.

Das Fünfgang-Schaltgetriebe lässt sich präzise führen und unterstreicht den sportlichen Charakter des Mittelmotor-Konzepts. Auf kurvigen Schweizer Landstrassen entfaltet der Murena sein volles Potenzial als handlicher Kurvenkünstler.

Die Suche nach einem guten Talbot-Matra Murena erfordert heute Geduld und ein geschultes Auge. Viele Exemplare fielen in der Vergangenheit mangelhafter Wartung oder unsachgemässen Tuningversuchen zum Opfer.

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