Dacia Spring: Der Elektro-Winzling wird erwachsen

15 cm länger, modernes Cockpit und mehr Platz: Der Dacia Spring lässt seinen Vorgänger alt aussehen. Ab ca. 17'000 Franken in der Schweiz.

Dieser Elektro-Winzling lässt seinen spartanischen Vorgänger meilenweit im Rückspiegel. Der neue Dacia Spring wirkt optisch wesentlich satter und moderner.
Er ist stolze 15 Zentimeter länger geworden und misst nun 3.85 Meter. In der Breite wuchs der Stromer um 16 Zentimeter, wovon die Platzverhältnisse im Innenraum enorm profitieren.
Europa statt Fernost
Zudem verabschiedet sich Dacia vom bisherigen Produktionsstandort in China. Künftig rollt das Modell im slowenischen Novo Mesto vom Band.

Das verkürzt die Lieferwege in die Schweiz erheblich und senkt den CO2-Fussabdruck. Unter dem Blech teilt sich das Auto die technische Basis mit dem neuen Renault Twingo.
Ein klares Highlight der Überarbeitung ist das völlig neugestaltete Interieur. Feine Laserstrukturen sowie ein modernes 7-Zoll-Kombiinstrument ersetzen das billige Hartplastik der ersten Generation.
Drehmoment für Schweizer Alpenpässe
Ein Frontmotor mit 60 Kilowatt Leistung treibt das Fahrzeug an. Die 82 PS klingen zunächst nach extrem wenig Spektakel.
Doch die entscheidende Zahl für unsere anspruchsvolle Topografie lautet 175 Newtonmeter. Dieses sofort anliegende Drehmoment schiebt den leichten Stromer mühelos jeden Alpenpass hinauf.
Den Sprint auf 100 km/h absolviert er in soliden 12.1 Sekunden. Bei Autobahntempo 130 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit allerdings zugunsten der Reichweite elektronisch abgeregelt.
Kobaltfreier Akku und clevere Gimmicks
Die Ingenieure setzen beim Stromspeicher bewusst auf eine robuste Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Diese kobaltfreien LFP-Zellen fassen nutzbare 27.5 Kilowattstunden an Energie.

Damit erzielt das kompakte Fahrzeug eine Reichweite von praxistauglichen 250 Kilometern. An einer Schnellladesäule saugt der Spring maximal 50 kW Gleichstrom in den Akku.
Ein geniales Detail für Ausflüge ist die bidirektionale Vehicle-to-Load-Funktion. So lässt sich das Raclette-Öfeli am Pistenrand direkt über das Auto betreiben.
Raumwunder auf engstem Platz
Der Kleinwagen punktet mit unerwartet grosszügigen Platzverhältnissen im Heckbereich. Der Kofferraum schluckt beachtliche 337 Liter an Gepäck oder Einkäufen.
Legt man die Sitze um, wächst das Ladevolumen sogar auf 1’283 Liter. Eine neue, asymmetrisch teilbare Rückbank steigert die Praktikabilität im Alltag dabei enorm.

Vorne unter der Fronthaube wartet zudem optional ein 18 Liter grosser Frunk. Dort verschwindet das nasse Ladekabel elegant aus dem Sichtfeld.
Pragmatismus für den lokalen Markt
Trotz der hohen Kaufkraft wächst auch in der Schweiz die Nachfrage nach günstiger Mobilität. Genau hier trifft der rumänische Autobauer einen wunden Punkt der Konkurrenz.

Mit einem Basispreis von 16'790 Franken unterbietet er etablierte Kleinwagen der Konkurrenz deutlich. Der Stromverbrauch liegt laut WLTP bei exzellenten 12.7 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.
Das schont das Portemonnaie bei den aktuellen Schweizer Strompreisen merklich. Für viele urbane Pendler in Zürich oder Genf ist dieses Gesamtpaket damit nahezu konkurrenzlos.





