Beisszeit im Motorraum: Achtung! Marder am Auto

Marderattacke im Motorraum? Erfahren Sie, warum die Tiere zubeissen, welche Schutzmassnahmen wirklich helfen und was die Versicherung in der Schweiz zahlt.

Der Morgen beginnt mit einer bösen Überraschung direkt im Cockpit: Plötzlich leuchten bunte Warnlampen auf oder der Motor verweigert komplett den Dienst.
Hinter den zerfetzten Isolierungen unter der Haube steckt meist der flinke Steinmarder auf Reviersuche. Besonders im Frühling nutzen die Tiere warme Motorräume als gemütlichen Rückzugsort.
Dabei zerstören sie mit ihren nadelspitzen Zähnen wichtige Sensoren und Schläuche. Die gute Nachricht: Ein gewisses Verständnis für das Verhalten dieser Einzelgänger hilft bei der Prävention.
Warum Marder Autos lieben
Der Motorraum bietet idealen Schutz und wohlige Restwärme nach einer längeren Fahrt. Marder nutzen diese dunklen Höhlen gerne als Versteck und markieren das Territorium sofort mit Duftstoffen.

Parkt das Fahrzeug später in einem fremden Revier, reagiert der lokale Artgenosse extrem aggressiv. Er attackiert die fremden Gerüche wütend und zerstört dabei wahllos alle weichen Bauteile.
Besonders weiche Gummimischungen, Dämmmatten und Isolierungen aus Silikon ziehen die flinken Raubtiere magisch an. Moderne Fahrzeuge sind aufgrund der eng verbauten Elektronik heute leider besonders anfällig für teure Bissschäden.
Der effektivste Schutz für die Technik
Hausmittel wie Hundehaare, Klosteine oder Pfeffer bringen laut aktuellen Expertenstudien leider gar keinen Erfolg. Der Gewöhnungseffekt tritt bei den äusserst intelligenten Tieren meist schon nach wenigen Tagen ein.

Wesentlich effektiver ist die professionelle Installation von Geräten mit Ultraschall oder sanfter Hochspannung. Diese Elektroschock-Plättchen vertreiben die Eindringlinge zuverlässig nach dem Weidezaun-Prinzip, ohne die Tiere dauerhaft zu verletzen.
Ein mechanischer Kabelschutz aus extrem hartem Kunststoff verhindert zudem das Durchbeissen der empfindlichen Leitungen effektiv. Diese geschlitzten Wellrohre lassen sich oft ohne Werkzeug direkt über die gefährdeten Zündkabel stülpen.
Gefahrenzonen und Versicherungsfragen in der Schweiz
In der Schweiz verzeichnen die Versicherungsgesellschaften jährlich weit über 40'000 offiziell gemeldete Marderschäden. Statistisch gesehen sind ländliche Kantone wie der Thurgau, Jura oder Appenzell am stärksten betroffen.
Die Gesamtkosten für solche Reparaturen belaufen sich schweizweit jährlich auf stolze 40 Millionen Franken. Eine herkömmliche Teilkaskoversicherung übernimmt diese Schäden zwar meistens, berücksichtigt dabei aber die vereinbarte Selbstbeteiligung.
Sicherheitsbewusste Autofahrer parken ihr Fahrzeug nach Möglichkeit immer in einer fest verschlossenen Einzelgarage. Falls dies nicht möglich ist, empfiehlt sich nach einem Marderbesuch zwingend eine professionelle Motorwäsche.
Die richtige Reaktion bei Verdacht
Bemerken Sie verdächtige Spuren auf dem Autodach, sollten Sie umgehend den Motorraum kontrollieren. Suchen Sie gezielt nach Pfotenabdrücken, kleinen Haarbüscheln oder klebrigen Flecken von ausgelaufener Kühlflüssigkeit.
Starten Sie den Wagen bei sichtbaren Bissspuren an Schläuchen oder Kabeln auf keinen Fall. Ein durchgebissener Kühlschlauch verursacht durch Überhitzung innerhalb weniger Kilometer einen sehr kostspieligen, totalen Motorschaden.
Rufen Sie sofort Ihren Garagisten für eine fachmännische Reinigung und die notwendige Instandsetzung an. Nur durch eine spezielle Duftmarken-Entfernung verhindern Sie effektiv weitere aggressive Beissattacken durch andere Marder.





