BYD

    BYD: Vom Akku-Start-up zum globalen Marktführer

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Vom 20-Mann-Team zum Weltmarktführer: Wie Wang Chuanfu 1995 den Grundstein für den heutigen Erfolg legte. Eine Geschichte über bescheidene Anfänge ...

    BYD-Ausstellungsraum in Shenzhen
    Namensbedeutung: Das Akronym steht für «Build Your Dreams» – ein Slogan, der heute Millionen von Fahrzeugen ziert. - EEYAUT Waihung

    Wer heute an moderne Elektromobilität denkt, landet unweigerlich beim chinesischen Technologie-Riesen BYD. Viele Schweizer Autofahrerinnen und Autofahrer entdecken das geschwungene Logo mittlerweile immer häufiger in den hiesigen Städten.

    Hinter dem Akronym «Build Your Dreams» verbirgt sich eine technische Revolution, die ihren Ursprung in Fernost hat. Die Firma startete einst als bescheidener Produzent für einfache Handy-Batterien.

    Heute kontrolliert das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette – von der Lithium-Mine bis zum fertigen Halbleiter-Chip. Dieser konsequente vertikale Ansatz sichert BYD einen entscheidenden strategischen Vorteil im globalen Preiskampf.

    Die vertikale Integration als Erfolgsgeheimnis

    Wang Chuanfu gründete das Unternehmen im Jahr 1995 mit einem Team von nur zwanzig Mitarbeitern. Damals fertigte die junge Firma ausschliesslich wiederaufladbare Batterien für die expandierende Elektronikindustrie.

    BYD F3
    Der Durchbruch: Der 2005 vorgestellte F3 war das erste eigenständig produzierte Fahrzeug von BYD und markierte den Wandel vom Batteriehersteller zum Autobauer. - Kevauto

    Schon bald belieferte BYD weltweite Branchengrössen wie Motorola oder Nokia mit seinen Energiespeichern. Der Gründer setzte von Beginn an kompromisslos auf interne Forschung und die Entwicklung eigener Patente.

    Das Team analysierte zunächst bestehende Technologien und verbesserte diese kontinuierlich in eigener Regie. So wuchs BYD innerhalb weniger Jahre zum zweitgrössten Akku-Produzenten der Welt heran.

    Von der Elektronik zur Mobilität der Zukunft

    Im Jahr 2003 kaufte BYD schliesslich den maroden staatlichen Autohersteller namens Qinchuan auf. Viele Branchenexperten belächelten diesen mutigen Schritt des Batterie-Spezialisten damals als riskantes Abenteuer.

    Doch bereits im Jahr 2005 präsentierte BYD mit dem F3 seine erste eigenständig entwickelte Limousine. Das Modell ähnelte optisch zwar noch stark einem bekannten japanischen Klassiker jener Ära.

    Trotz der Kritik am Design verkaufte sich der Wagen auf dem chinesischen Heimatmarkt jedoch hervorragend. Die Firma lernte rasant dazu und investierte massiv in hochmoderne, automatisierte Fertigungsstrassen für Fahrzeuge.

    Der Ritterschlag durch Warren Buffett

    Der legendäre Investor Warren Buffett erkannte das immense Potenzial der Firma bereits in einem sehr frühen Stadium. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway erwarb im Jahr 2008 einen signifikanten Anteil an BYD.

    Warren Buffet / Obama
    Warren Buffet (links): Über die 17-jährige Haltedauer verzeichnete Berkshire Hathaway mit der BYD-Beteiligung einen Wertzuwachs von zeitweise über 3'000 Prozent. - The White House

    Dieser internationale Ritterschlag verschaffte dem Unternehmen das nötige Kapital für die gross angelegte Expansion. Im gleichen Jahr brachte BYD den weltweit ersten serienmässig produzierten Plug-in-Hybrid auf den Markt.

    Die Ingenieure verknüpften ihr tiefes Wissen über Batterien geschickt mit moderner Antriebstechnik. Damit festigte BYD frühzeitig seinen Ruf als globaler Pionier im Bereich der «New Energy Vehicles».

    Radikaler Fokus auf neue Energien

    Im März 2022 traf das Management schliesslich eine radikale und äusserst zukunftsweisende Entscheidung. BYD stellte die Produktion von reinen Verbrennungsmotoren als weltweit erster grosser Hersteller komplett ein.

    BYD Atto 3
    Der BYD Atto 3, ein kompaktes E-SUV, ist eines der Modelle, das künftig direkt für den europäischen Markt vom Band laufen soll. - BYD

    Seither rollen ausschliesslich Elektroautos und modernste Hybride von den automatisierten Montagebändern. Ende 2023 überholte BYD bei den Verkaufszahlen sogar den bisherigen globalen Branchenprimus Tesla.

    Auch in der Schweiz punktet die Marke nun mit technisch ausgereiften Modellen wie dem Atto 3 oder dem Seal. Die chinesische Marke transformierte sich damit endgültig vom belächelten Underdog zum technologischen Weltmarktführer.

    Technologische Überlegenheit durch die Blade-Batterie

    Ein wesentlicher Grund für diesen Erfolg liegt in der patentierten und innovativen Blade-Batterie. Diese spezielle Konstruktion verzichtet komplett auf den Einsatz von teurem und ökologisch problematischem Kobalt.

    BYD Ungarn Szeged
    Der erste Ungar: Das kompakte Elektroauto BYD Dolphin (in China als Seagull bekannt) ist das erste Modell, das komplett in Szeged gefertigt wird. - Electrive

    Die schmale Bauform ermöglicht zudem eine extrem hohe Energiedichte und eine Montage direkt im stabilen Fahrzeugboden. Das System bietet eine überragende Sicherheit bei Unfällen oder im Falle einer extremen Hitzeentwicklung.

    Sogar direkte Konkurrenten wie Tesla beziehen diese Technik mittlerweile für ihre eigenen Volumenmodelle.

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    Kommentare

    User #1516 (nicht angemeldet)

    ich fahre seit 3 wochen einen byd seal u elektro. superauto!!! sensationelles preis- leistungsverhältnis.

    User #3165 (nicht angemeldet)

    In Brasilien verstopfen BYDs die Strassen

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