Panther 6: Das exzentrische Sechsrad-Monster

Sechs Räder und ein Turbo-V8 versprechen pure Extravaganz. Entdecken Sie eines der seltensten Superautos, das jemals die Strassen unsicher machte.

In den Siebzigerjahren machte sich der britische Autobauer Robert Jankel daran, die Grenzen der Physik und des Designs mit einem radikalen Konzept sprengen:
Inspiriert durch den legendären Formel-1-Wagen Tyrrell P34, entstand so ein Fahrzeug mit gleich vier Vorderrädern. Diese technische Besonderheit sollte nicht nur für Aufsehen, sondern auch für eine bessere Bremsleistung sorgen.
Heute gilt dieser Wagen als eines der exzentrischsten Kapitel der Automobilgeschichte.
Die Technik hinter dem Sechsrad-Monster
Unter der gewaltigen Heckhaube schlummerte ein wahrer Gigant der amerikanischen Motorenbaukunst. Ein 8.2-Liter-V8 von Cadillac sorgte mit zwei Turboladern für mächtigen Vortrieb.

Die Ingenieure versprachen damals eine Leistung von stolzen 600 PS für dieses Ungetüm. Damit sollte der Panther theoretisch die magische Marke von 322 Stundenkilometern knacken können.
Die vier kleinen Vorderräder erhielten jeweils eine eigene Scheibenbremse zur Optimierung der Verzögerung. Eine ausgeklügelte Hydropneumatik glättete zudem Unebenheiten auf der Fahrbahn für maximalen Komfort.
«Futuristische» Atmosphäre im Cockpit
Im Innenraum erwartete die wohlhabende Kundschaft eine Ausstattung, die ihrer Zeit weit voraus war. Digitale Instrumente ersetzten die damals üblichen analogen Rundanzeigen und wirkten wie aus einem Science-Fiction-Film.

Sogar ein Telefon und ein tragbarer Fernseher gehörten zur exklusiven Serienausstattung des Briten. Solche Details machten den Wagen zu einer rollenden Luxus-Suite für betuchte Individualisten.
Eine automatische Feuerlöschanlage bot zusätzliche Sicherheit im Falle technischer Defekte am grossvolumigen Motor. Man setzte auf edle Materialien wie feinstes Leder, um den hohen Verkaufspreis zu rechtfertigen.
Ein Mythos in homöopathischen Dosen
Trotz der grossen Ankündigungen verliessen lediglich zwei Exemplare die Werkshallen von Panther Westwinds. Eines dieser Fahrzeuge glänzte in elegantem Schwarz, während das andere in Weiss erstrahlte.
Hohe Produktionskosten und eine weltweite Rezession verhinderten eine geplante Serienfertigung des Modells.
Design und optische Präsenz
Die Keilform des Fahrzeugs erinnert stark an die futuristischen Entwürfe der siebziger Jahre. Mit einer Breite von über zwei Metern dominierte der Wagen jede Fahrspur.
Das abnehmbare Hardtop verwandelte den geschlossenen Sportwagen im Handumdrehen in ein offenes Cabriolet. Besonders die Frontpartie mit den Klappscheinwerfern verlieh dem Gesicht eine aggressive Note.
Die hinteren Reifen wirkten im Vergleich zu den winzigen Vorderrädern geradezu gigantisch und massiv. Jede Linie am Chassis folgte dem Ziel, maximale aerodynamische Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten zu erreichen.





