Europas gefährlichste Strassen: Risiko am Steuer

Urlaubstraum oder Albtraum? Von Spanien bis zum San Bernardino – wir zeigen Europas gefährlichste Strassen, auf denen selbst moderne Technik an Grenzen stösst.

Wer in den Urlaub fährt, denkt meist nur an das Ziel und die schöne Landschaft. Doch selbst die beste Fahrzeugtechnik stösst an ihre Grenzen, wenn die Infrastruktur versagt oder die Geografie gnadenlos zuschlägt:
Elektronische Stabilitätsprogramme und Notbremsassistenten wirken dabei auf manchen Pisten fast schon wie Spielzeuge. In Europa lauern Strecken, die selbst routinierte Lenker ins Schwitzen bringen und höchste Konzentration erfordern.
Wir werfen einen Blick auf jene Asphaltbänder, die als absolute Risikozonen gelten.
Spaniens unberechenbare Lebensader N-340
Die N-340 in der Provinz Tarragona führt die traurige Statistik der schwersten Unfälle in Spanien an. Besonders der Abschnitt bei Mont-roig del Camp gilt unter Experten als kritisches Nadelöhr für Reisende.

Hier treffen riesige Lastwagenkolonnen auf vollgepackte Touristenautos und hektische Pendler im Alltag. Ein aktueller Sicherheitsbericht des Automobilclubs RACC warnt ausdrücklich vor der extrem hohen Unfallrate auf dieser Route.

Trotz punktueller Ausbaumassnahmen bleibt das Risiko für frontale Kollisionen durch riskante Überholmanöver bestehen. Die überlastete Nationalstrasse fordert von jedem Fahrer eine vorausschauende Fahrweise und eiserne Nerven hinter dem Steuer.
Nervenkitzel ohne Leitplanken in Griechenland
Die Strecke zwischen Patiopoulo und Perdikaki in den griechischen Agrafa-Bergen ist technisch gesehen eine absolute Extremsituation. Auf rund 28 Kilometern windet sich ein schmaler Schotterweg ohne jegliche Sicherungsmassnahmen am steilen Abgrund entlang.

Fehlende Leitplanken machen jeden kleinsten Lenkfehler sofort zu einer potenziell tödlichen Gefahr für die Insassen. Steigungen von über 20 Prozent verlangen den Motoren und Bremsen der Fahrzeuge alles ab.
Wenn es regnet, verwandelt sich der lose Untergrund in eine rutschige Falle. Wer hier unterwegs ist, sollte in jeder Senkunde absolut konzentriert bleiben
Bulgariens vergessene Transitwege im Nordwesten
Die Region Severozapaden im Nordwesten Bulgariens verzeichnet laut Eurostat die höchste Rate an Verkehrstoten in der EU. Über 160 Todesfälle pro Million Einwohner belegen den dramatischen Zustand der dortigen Infrastruktur und Sicherheit.
Viele Hauptverbindungsachsen weisen tiefe Schlaglöcher und eine mangelhafte Beschilderung für die internationalen Transitfahrer auf. Gleichzeitig verleiten gerade die langen, geraden Abschnitte viele Verkehrsteilnehmer zu massiv überhöhten Geschwindigkeiten.
Dieser gefährliche Mix aus schlechtem Asphalt und Raserei führt regelmässig zu schweren Unfällen mit Personenschaden. Die lokalen Behörden stehen vor der gewaltigen Aufgabe, diese Todesstrecken durch gezielte Investitionen endlich zu entschärfen.
Die San-Bernardino-Route als Schweizer Nadelöhr
Auch in der Schweiz existieren Abschnitte, die im internationalen Vergleich eine erschreckend hohe Unfallrate aufweisen. Die A13 über den San Bernardino gilt aufgrund der fehlenden Richtungstrennung als besonders tückisch für Lenker.
Obwohl sie wie eine Autobahn wirkt, verzeiht sie keine Fehler bei Überholvorgängen. Der starke Transitverkehr aus dem Norden erhöht den Druck auf der engen Fahrbahn zusätzlich.
Kleinste Unaufmerksamkeiten führen auf dieser Transitstrecke leider oft zu verheerenden Frontalkollisionen mit Schwerverkehr. Sicherheitsberichte stufen diesen Passweg regelmässig als eine der unfallträchtigsten Routen innerhalb der Eidgenossenschaft ein.





