Bentleys Stromwende: Premiere für den Torcal

Bentleys erstes Elektro-SUV: Der Torcal kombiniert 850 PS und 800-Volt-Technik mit zeitlosem britischem Luxus – eine gelungene Mixtur?

In Crewe schlägt Bentley ein neues Kapitel auf, ohne aber mit der eigenen Tradition zu brechen: Mit dem Torcal enthüllt die britische Nobelmarke am 23. September 2026 in London ihr erstes vollelektrisches Modell.
Entgegen früheren Plänen eines abrupten Verbrenner-Ausstiegs setzt Bentley im Rahmen der weiterentwickelten Beyond100+-Strategie auf die sogenannte «Luxury of Choice»: Während der Torcal als erstes reines Elektrofahrzeug vorfährt, bleiben Ikonen wie Continental GT, Flying Spur und Bentayga als Hybride weiterhin parallel im Programm.
Konzipiert ist der Brite als erstes «Luxury Urban SUV» des Herstellers. Mit einer Gesamtlänge von unter fünf Metern tritt er kompakter und wendiger auf als bisherige Modelle der Marke. Unter dem muskulösen Blechkleid steckt modernste 800-Volt-Konzerntechnologie, die handwerkliche Exklusivität mit Alltagstauglichkeit verbindet – massgeschneidert für den städtischen Raum zwischen Zürcher Paradeplatz und Genfer Rue du Rhône.
Performance für alpine Herausforderungen
Auf dem Papier bricht das neue Luxus-SUV alle internen Rekorde: Bentley kündigt den Torcal offiziell als den stärksten und am schnellsten aus dem Stand beschleunigenden Serien-Bentley der Unternehmensgeschichte an. Genaue Leistungsdaten hält der Hersteller bis zur Premiere noch unter Verschluss; in Fachkreisen wird über ein Leistungsspektrum von bis zu 850 PS spekuliert.
Auch bei den Energiespeichern und der Reichweite setzt Crewe auf maximale Reisetauglichkeit. Während finale WLTP-Messwerte noch ausstehen, unterstreicht der Hersteller die Leistungsfähigkeit des elektrischen Systems mit einer beachtlichen Ladeperformance:

An entsprechenden High-Power-Ladern soll sich frische Energie für 100 Meilen (rund 160 Kilometer) in unter sieben Minuten nachladen lassen – ideal für zügige Zwischenstopps auf dem Weg über den Sustenpass oder ins winterliche Engadin.
Akustische Ästhetik statt künstlichem V8-Klang
Auf anspruchsvollen Gefällstrecken sorgt ein hochentwickeltes Rekuperations- und Thermomanagementsystem dafür, dass Bremsenergie effizient in das Hochvoltsystem zurückfliesst. Im Innenraum geniessen die Insassen derweil die markentypische, fast meditative Ruhe.
Ein speziell abgestimmtes Akustikglas schottet die Fahrgastzelle wirkungsvoll von Umweltgeräuschen ab, während das adaptive Fahrwerk Fahrbahnunebenheiten souverän glättet. Für das akustische Feedback beschreitet Bentley einen gänzlich neuen Weg: Statt einen künstlichen V8-Motorsound über die Lautsprecher zu imitieren, entwickelten die Ingenieure gemeinsam mit Musikern die «Bentley Dynamic Symphony».

Hierbei erzeugen Aufnahmen echter akustischer Instrumente wie Trommeln, Bass und Bratsche eine eigens komponierte Klangsignatur, die den Rhythmus und die Dynamik der Beschleunigung aufgreift, ohne dabei einen Verbrennungsmotor nachzuahmen. Im Interieur setzt sich dieser zeitgemässe Anspruch fort: Erstmals verarbeitet Bentley zertifizierte, nachhaltige Merinowolle in einem Serienfahrzeug, kombiniert mit ressourcenschonenden Holzelementen (Ombre Veneer).
Finanzielle Realität im Schweizer Markt
Wirtschaftlich verlangt der stilvolle Umstieg in Bentleys neue Luxusklasse nach einem entsprechend solventen Bankkonto. Branchenkenner kalkulieren für den Schweizer Markt mit einem Einstiegspreis von rund 240'000 Franken vor individuellen Sonderwünschen.
Die seit Anfang 2024 erhobene eidgenössische Automobilsteuer von vier Prozent auf Elektroautos schreckt hiesige Käuferschichten dabei wohl nicht ab. Die Kontingente für das erste Modelljahr dürften bei den Schweizer Markenhändlern rasch vergriffen sein.





