Norwegens Mega Projekt: Der tiefste Tunnel der Welt

392 Meter unter dem Meer! Norwegen sprengt mit dem Rogfast-Projekt alle Rekorde im Tunnelbau. Erfahren Sie alles über das gigantische Bauwerk am Boknafjord.

Stellen Sie sich vor, Sie fahren hunderte Meter unter den wogenden Wellen des Nordatlantiks hindurch. Der Druck des Ozeans lastet tonnenschwer auf dem massiven Gestein direkt über Ihrem Fahrzeugdach.
In Norwegen wird dieses Extremszenario bald zum gewöhnlichen Pendleralltag. Das Projekt Rogfast sprengt die Grenzen des bisher Möglichen im modernen Tunnelbau.
Pionierarbeit im tiefen Urgestein
Ingenieure nutzen präzise Lasermessungen, um zwei Röhren tief im harten Gestein sicher zu verankern. Diese Verbindung ersetzt mühsame Fährüberfahrten durch eine effiziente und wetterunabhängige Fahrtroute.
Die Autofahrer steuern ihre Wagen bis auf eine Tiefe von 392 Metern unter den Meeresspiegel hinunter. Damit bricht Norwegen alle bisherigen Weltrekorde für Unterwasser-Strassentunnel im globalen Vergleich.
Das Gefälle der Fahrbahn beträgt dabei maximal fünf Prozent für eine absolut sichere Fahrt. Moderne Sensoren überwachen ständig die Stabilität der Wände gegen den enormen Wasserdruck.
Dimensionen der Superlative
Über 27 Kilometer erstreckt sich das gigantische Bauwerk durch den dunklen Fels des Boknafjords. Massive Betonsegmente dichten die Röhren gegen Salzwasser ab.

Zwei getrennte Röhren führen den dichten Verkehr sicher in beide Richtungen. Alle 250 Meter verbinden schmale Querschläge die beiden Tunnelabschnitte für schnelle Fluchtwege im Notfall.
Ein gigantischer Lüftungsschacht auf der Insel Kvitsøy versorgt die gesamte Anlage mit frischer Atemluft. Leistungsstarke Ventilatoren tauschen die Luftmassen auch in der tiefsten Kurve der Strecke regelmässig aus.
Sicherheit unter dem Meeresgrund
Kameras mit künstlicher Intelligenz erkennen Unfälle oder liegengebliebene Fahrzeuge sofort in Echtzeit. Spezielle Beleuchtungskonzepte verhindern die schnelle Ermüdung der Fahrer während der langen Unterwasserpassage.
Die Fahrzeit zwischen den wichtigen Städten Stavanger und Bergen verkürzt sich durch den Tunnel erheblich. Norwegen investiert viele Milliarden in diese Infrastruktur, um die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu stärken.
Logistikunternehmen profitieren von der neuen Verlässlichkeit ohne Wartezeiten an den Fähranlegern.
Wirtschaftsmotor und technische Präzision
Geologen untersuchten vorab viele Jahre lang die Gesteinsschichten für die optimale Platzierung der Trasse. Trotz harter Wetterbedingungen an der Meeresoberfläche arbeiten die Maschinen tief im Boden völlig ununterbrochen weiter.
Der Vortrieb erfolgt durch kontrollierte Sprengungen und modernste Tunnelbohrmaschinen im harten Granit. Spezialteams sichern jede neu gewonnene Sektion sofort mit Spritzbeton und tonnenschweren Stahlbolzen ab.
Die Logistik für den Abtransport der riesigen Gesteinsmassen erfordert eine präzise Taktung. Ein grosser Teil des Ausbruchmaterials findet direkt Verwendung für neue Landgewinnungsprojekte an der zerklüfteten Küste.





