Citroen DS: Das Fahrwerk, das ein Attentat vereitelte

140 Kugeln und zerschossene Reifen: Erfahren Sie, wie die legendäre Citroën DS mit ihrer Hydropneumatik Charles de Gaulle das Leben rettete. Ein Technik-Krimi!

Über 140 Kugeln durchsieben das Metall und zerfetzen die Reifen des Fahrzeugs: In einem gewöhnlichen Automobil wäre dieser Angriff das sichere Todesurteil gewesen.
Doch Charles de Gaulle vertraute in diesem Schicksalsmoment auf die revolutionäre Technik der Citroën DS. Die hydropneumatische Federung arbeitete in diesem Moment wie ein unsichtbarer, technischer Schutzschild für die Insassen.
Dieses mechanische Wunderwerk verwandelte eine potenzielle Katastrophe in eine filmreife Flucht durch die Vororte von Paris.
Das technische Wunder von Petit-Clamart
Am Abend des 22. August 1962 lauerten Attentäter dem französischen Staatschef im beschaulichen Petit-Clamart auf. Die Scharfschützen der Terrorgruppe OAS eröffneten aus dem Hinterhalt das Feuer aus automatischen Waffen auf den schwarzen Wagen.

Zwei Reifen platzten unter dem massiven Einschlag der Projektile sofort und raubten dem Wagen den herkömmlichen Halt. Normalerweise verliert ein Fahrzeug bei hohem Tempo unter solchen Bedingungen augenblicklich jegliche Stabilität.
Die Magie der Hochdruck-Hydraulik
Das Geheimnis der geglückten Flucht lag im innovativen Fahrwerk der legendären «Göttin» aus dem Hause Citroën. Anstelle von herkömmlichen Stahlfedern nutzte das Modell ein komplexes System aus Gas und Hydraulikflüssigkeit.
Dieses System glich Bodenunebenheiten und den plötzlichen Druckverlust in den Reifen in Sekundenbruchteilen automatisch aus. Selbst mit zerschossenen Pneus hielt die Technik den Wagen stabil und lenkbar auf der Strasse.
Ein Symbol nationaler Stärke
So raste die schwere Limousine einfach weiter, während die Attentäter fassungslos am Strassenrand zurückblieben. Charles de Gaulle überlebte den Anschlag ohne einen einzigen Kratzer an seinem Körper oder seiner Kleidung.
Seine tiefe Dankbarkeit gegenüber der Marke Citroën prägte fortan massgeblich die französische Wirtschaftsgeschichte jener Jahre. Er sah in der DS fortan nicht nur ein Auto, sondern ein stolzes Symbol nationaler technischer Stärke.
Jahre später verhinderte er persönlich den geplanten Verkauf des Unternehmens an den italienischen Fiat-Konzern. Er wollte dieses technische Juwel unter allen Umständen dauerhaft in französischen Händen behalten.
Das Erbe der schwebenden Ikone
Die Rettungstat von Petit-Clamart sicherte der DS somit einen ewigen Platz in den Geschichtsbüchern der Automobilwelt. Heute gilt die Citroën DS weltweit als einer der grössten Meilensteine des modernen Automobilbaus.
Sammler auf der ganzen Welt schätzen bis heute das unvergleichliche Fahrgefühl dieser schwebenden, technischen Ikone. Sogar moderne Luftfederungen orientieren sich in ihrer Funktionsweise noch immer an den damaligen bahnbrechenden Prinzipien.
Die «Göttin» bleibt die ungeschlagene Heldin einer dramatischen Nacht, die Frankreich für immer veränderte.





