Software entscheidet: Wie es mit der Autoindustrie weitergeht

Digitaler Überlebenskampf: Werden VW, Toyota & Co. zu reinen Hardware-Lieferanten? Erfahren Sie, warum Software über das Schicksal der Marken entscheidet.

In Schweizer Garagen wandelt sich das Bild vom klassischen Motorraum zur hochkomplexen Serverzentrale. Die Digitalisierung hat das Cockpit längst in eine vernetzte Kommandozentrale verwandelt.
Wer heute die Zündung betätigt, startet primär ein Betriebssystem und erst danach einen Antrieb. Viele traditionsreiche Hersteller kämpfen in diesem digitalen Zeitalter um ihre Daseinsberechtigung.
Überlebenskampf im digitalen Zeitalter
Angesichts massiver Umbrüche fragen sich viele Kaufinteressenten, welche Marken die nächsten Jahre überstehen. Der Wandel zur reinen Elektromobilität fungiert dabei als gnadenloser Filter für die gesamte Branche.

Der Volkswagen Konzern hat sich im Jahr 2026 erfolgreich den Spitzenplatz bei den europäischen Elektro-Verkäufen zurückgeholt. Mit Modellen wie dem ID.7 konnte der Gigant den vormaligen Branchenprimus Tesla erstmals spürbar distanzieren.
Toyota behauptet seine Stellung derweil durch eine kluge Mischung aus bewährten Hybriden und neuen Batterietechnologien. Dank einer äusserst soliden Kapitalbasis haben die Japaner einen sicheren Hafen in stürmischen Zeiten.
Giganten unter Strom und finanziellem Druck
Die grossen deutschen Premiummarken wie BMW und Mercedes profitieren weiterhin von ihren exzellenten Gewinnmargen. Trotz hoher Investitionskosten im Luxussegment bleibt die Nachfrage nach prestigeträchtigen Modellen weltweit ungebrochen hoch.

Für kleinere Labels wie Lancia oder DS im Stellantis-Verbund markiert das Jahr 2026 den ultimativen Stresstest. Der Konzern überprüft derzeit kritisch, welche der insgesamt 14 Marken noch eine wirtschaftliche Zukunft haben.

Ford Europa vollzieht unterdessen den endgültigen Abschied von Kultmodellen wie dem kompakten Focus. Die Neuausrichtung auf rein elektrische SUVs entscheidet nun über den Verbleib des US-Herstellers im europäischen Markt.
Strategische Straffung und globale Expansion
Auch bei Audi endet die Ära der Einstiegsmodelle mit dem definitiven Produktionsstopp für den A1 und den Q2. Diese Straffung des Portfolios soll Ressourcen für die Entwicklung hochprofitabler Oberklasse-Fahrzeuge freisetzen.

Der chinesische Riese BYD setzt im Jahr 2026 alles auf die Expansion in europäische Werke in Ungarn und der Türkei. Nach einem Absatzrückgang auf dem Heimatmarkt gilt Europa nun als entscheidender Rettungsanker für den Weltkonzern.
Software als Schicksalsfaktor der Branche
Neben dem Marktzugang bestimmt vor allem die Beherrschung der Software über den langfristigen Fortbestand der Hersteller. Marken, die keine eigenen Betriebssysteme kontrollieren, degradieren zusehends zu reinen Zulieferern für Tech-Giganten.
Ein erneuter Mangel an Halbleitern erschwert zudem die Produktion komplexer Elektronikkomponenten in vielen Werken weltweit. Nur wer Lieferketten, Software und Skalierung perfekt vereint, wird am Ende der grossen Marktbereigunung noch existieren.





