Stellantis: Überraschendes Diesel-Comeback

Stellantis vollzieht die Kehrtwende: Trotz Elektro-Fokus feiert der Diesel ein Comeback. Erfahren Sie alles über die neue Strategie und den 22-Milliarden-Umbau.

Das überrascht dann doch: Stellantis setzt wieder verstärkt auf den bewährten und effizienten Dieselantrieb als tragende Säule seines Portfolios. Der Konzern reagiert damit unmittelbar auf die Bedürfnisse und die Kaufzurückhaltung seiner breit gefächerten Kundschaft.
Milliardeninvestitionen in die neue Flexibilität
Technisch ermöglicht die hochflexible STLA-Plattform diese schnelle Anpassung an verschiedene Antriebsarten in der Produktion. So bleibt der Verbrennungsmotor trotz ambitionierter Elektro-Pläne weiterhin ein fester Bestandteil der strategischen Planung.

Dieser radikale Kurswechsel ist für den Autoriesen jedoch mit erheblichen kurzfristigen Kosten verbunden. Stellantis verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr 2025 Abschreibungen in der beachtlichen Höhe von über 22 Milliarden Euro.
Diese massive Korrektur belastete die Bilanz des Unternehmens sowie den Aktienkurs an der Mailänder Börse spürbar. Infolgedessen setzte die Konzernleitung sogar die geplante Dividende für die Anleger vorübergehend vollständig aus.
Fokus auf Nutzfahrzeuge und moderne Aggregate
Fehleinschätzungen bezüglich der globalen Adoptionsgeschwindigkeit der Elektromobilität verursachten diesen schmerzhaften finanziellen Rückschlag. Besonders im Segment der leichten Nutzfahrzeuge feiert der Diesel nun eine kraftvolle und marktgerechte Rückkehr.
Ein neu entwickelter 2.2-Liter-Turbodiesel wird künftig zahlreiche Volumenmodelle der verschiedenen Konzernmarken effizient antreiben. Marken wie Opel, Peugeot und Citroën profitieren unmittelbar von der Integration dieses leistungsstarken und sauberen Aggregats.

Der moderne Motor deckt ein Leistungsspektrum zwischen 150 und 180 Pferdestärken für verschiedene Einsatzszenarien zuverlässig ab. Selbst der vielseitige Opel Zafira Life wird wieder mit einem konventionellen Verbrenner-Antrieb in die Verkaufsräume rollen.
Kundenbedürfnisse und operative Flexibilität
Zuvor hatte der Konzern dieses Modell zeitweise ausschliesslich mit einem rein elektrischen Antrieb im Sortiment geführt. Viele Kunden, gerade in weitläufigen Regionen, fordern jedoch weiterhin hohe Reichweiten und eine unkomplizierte Handhabung ein.
Stellantis-Manager wie Antonio Filosa forcieren deshalb eine Kernstrategie der maximalen technischen Flexibilität für alle Werke. Die aktuellen Plattformen erlauben den parallelen Verbau verschiedenster effizienter Antriebstechnologien innerhalb einer einzigen Modellreihe.
Dadurch kann der Konzern agiler auf die schwankende Nachfrage und die politischen Rahmenbedingungen an den internationalen Märkten reagieren. Die einseitige Fokussierung auf reine Batterietechnik erwies sich rückblickend als ein zu hohes wirtschaftliches Risiko für das Unternehmen.
Vorteile für Schweizer Vielfahrer und das Gewerbe
Im kommenden Mai plant die Konzernführung, detaillierte Pläne für die langfristige strategische Ausrichtung bis 2030 zu präsentieren. Schweizer Kaufinteressenten finden bereits jetzt wieder eine deutlich vielfältigere Auswahl bei ihren regionalen Fachhändlern vor Ort.
Vor allem Vielfahrer und Pendler profitieren massiv von den sparsamen und modernen Diesel-Aggregaten der neuesten Generation. Diese Motoren erfüllen problemlos die strengsten Abgasnormen der EU und bieten gleichzeitig spürbar verbesserte Verbrauchswerte.

Gewerbekunden erhalten durch diese Entscheidung die nötige Planungssicherheit für ihre täglichen Langstreckeneinsätze und Logistikaufgaben. Am 26. Februar wird der Hersteller weitere wichtige Details zu den aktuellen Finanzdaten und der kommenden Modellplanung veröffentlichen.
Ausblick auf die kommenden Modellvarianten
Peugeot rüstet seine wichtigen Volumenmodelle, wie den kompakten 308, bereits intensiv für das bevorstehende Diesel-Comeback aus. Die Technik überzeugt hierbei durch ein hohes Drehmoment kombiniert mit einer in dieser Klasse konkurrenzlosen Gesamtreichweite.
Auch der Opel Astra wird in Kürze wieder mit einer deutlich breiteren Palette an unterschiedlichen Antriebsoptionen glänzen können. Fiat integriert den neuen Selbstzünder zudem zeitnah in die Flotte des vielseitigen und beliebten Transporters Scudo.
Die internationale Konkurrenz beobachtet diesen strategischen Schritt derzeit mit grossem Interesse. Letztlich wird der Markt über den nachhaltigen Erfolg dieser «neuen alten» Antriebsphilosophie und die Akzeptanz der Kunden entscheiden.





