Ferrari

    Ferrari vs. Lambo: Ingenieur gegen Rockstar

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Ferrari dominiert mit chirurgischer Präzision, Lamborghini sprengt jede Konvention. Wer baut den wahren König der Supersportwagen?

    Ferrari vs Lamborghini
    Traktorbauer Ferruccio Lamborghini gründete seine Sportwagenmarke erst, nachdem Enzo Ferrari seine Beschwerde über eine defekte Kupplung arrogant abgewiesen hatte. (Symbolbild) - Motortrend (Screenshot)

    Reine Rundenzeiten auf dem Rennasphalt interessieren auf einer kurvigen Schweizer Passstrasse letztlich niemanden. Trotzdem tobt zwischen Maranello und Sant’Agata Bolognese seit Jahrzehnten ein unerbittlicher Prestigekampf um die absolute technologische Vorherrschaft.

    Ferrari setzt dabei konsequent auf modernste Formel-1-Erkenntnisse und eine ausgefeilte Aerodynamik mit unsichtbarem Unterboden-Abtrieb. Lamborghini kontert diesen Ansatz mit brachialer Allrad-Traktion, einer kompromisslosen Kampfjet-Optik und dem legendären Klang frei saugender Zwölfzylinder.

    Lamborghini Miura
    Der Lamborghini Miura war nach dem 350 GT und dem 400 GT das dritte Pkw-Modell von Lamborghini. - Wikipedia

    Mittlerweile rüsten beide italienischen Traditionsmarken ihre Flaggschiffe mit extrem komplexen Plug-in-Hybrid-Systemen über der magischen Tausend-PS-Grenze aus. Hinter den gewaltigen Leistungsdaten verbergen sich jedoch zwei völlig gegensätzliche Philosophien.

    Rennsport-Erbe gegen visuelle Provokation

    Ein Ferrari definiert seinen gesamten Charakter primär über die direkte Abstammung aus dem internationalen Spitzenmotorsport. Die Ingenieure aus Maranello formen jedes Karosserieteil so, dass der Fahrtwind für maximale Kurvengeschwindigkeiten optimal kanalisiert wird.

    Lamborghini wählt bei Modellen wie dem Revuelto ganz bewusst den Weg der maximalen optischen Eskalation. Scharfe Kanten, massive Lufteinlässe und weit nach oben öffnende Flügeltüren ziehen an jedem Boulevard sofort alle Blicke auf sich.

    Lamborghini Revuelto
    Erster V12-HPEV: Der Revuelto kombiniert Lamborghinis legendären V12-Saugmotor erstmals mit drei Elektromotoren zu satten 1015 PS Systemleistung. - Lamborghini

    Dieser extrovertierte Show-Faktor verschafft der Marke aus Sant’Agata Bolognese eine unverwechselbare Markenidentität. Im Gegenzug müssen Fahrer allerdings eine schlechtere Rundumsicht sowie deutliche Einbussen beim Komfort im dichten Stadtverkehr hinnehmen.

    Hybrid-Konzepte und Gewicht im direkten Vergleich

    Bei den modernen Antriebssträngen trennen sich die technischen Wege der beiden Konkurrenten deutlich. Ferrari vertraut im SF90 Stradale auf einen aufgeladenen Vierliter-V8-Biturbo, der gemeinsam mit drei Elektromotoren verzögerungsfrei anspricht.

    Ferrari SF90
    Brachial: Der SF90 beschleunigt in 2.5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. - Ferrari

    Lamborghini hält beim Revuelto am emotionalen 6.5-Liter-V12-Sauger fest und kombiniert diesen ebenfalls mit drei kraftvollen E-Maschinen. Dieses Aggregat belohnt sportliche Fahrer mit einer unvergleichlichen Geräuschkulisse und dreht bis auf atemberaubende 9500 Umdrehungen pro Minute.

    Allerdings treibt das schwere V12-Triebwerk das Leergewicht des Lamborghini auf stattliche 1772 Kilogramm. Ferrari baut mit 1570 Kilogramm leichter und bietet dadurch auf kurvenreichen Strecken das agilere, präzisere Einlenkverhalten.

    Cockpit-Bedienung und alpine Alltagstauglichkeit

    Im Innenraum verlangt Ferrari vom Piloten eine radikale Umstellung auf moderne Digitalfunktionen. Kapazitive Touch-Flächen auf dem Lenkrad steuern fast alle Bordsysteme, was bei dynamischer Fahrt regelmässig zu Fehlbedienungen führt.

    Cockpit Ferrari Stradale F90
    Das Cockpit des Ferrari SF90 Stradale integriert Rennsport-Elemente durch sein fahrerorientiertes Design, ergonomische Bedienelemente und ein präzises digitales Instrumentendisplay. - Ferrari (Screenshot)

    Lamborghini setzt dagegen erfreulicherweise auf griffige Kippschalter im Luftfahrt-Stil sowie physische Drehknöpfe für die Fahrmodi. Auf nassen oder verschneiten Schweizer Pässen vermittelt der elektronisch gesteuerte Allradantrieb der Stiere zudem ein hohes Mass an Sicherheitsreserven.

    Lamborghini Huracan
    Dominiert wird das Cockpit von einem digitalen 12.3-Zoll-Instrumentendisplay, das dem Fahrer alle wichtigen Informationen in brillanter Grafik und verschiedenen Konfigurationen liefert. - Johannes Maximilian

    Der heckgetriebene Ferrari 296 GTB fordert bei widrigen Witterungsverhältnissen hingegen eine äusserst feinfühlige Hand am Gaspedal. Letztlich entscheidet die persönliche Vorliebe zwischen hochpräzisem Rundstrecken-Werkzeug und kompromisslosem automobilen Gesamtkunstwerk.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4054 (nicht angemeldet)

    Bubi Spile Bubi glücklich

    User #1461 (nicht angemeldet)

    Hoffentlich eher ein feinfühliger Fuss am Gaspedal.

    Weiterlesen

    Porsche 718 Cayman GT4 RS
    2 Interaktionen
    Porsche
    DC Snipers' Chevy Caprice
    Stories
    Renault e-Space
    9 Interaktionen
    Renault
    Dacia Spring
    8 Interaktionen
    Dacia
    Tanksäule
    4 Interaktionen
    Tech
    Vixen 21TD
    9 Interaktionen
    BMW