5 Fahrfehler, die moderne Autos ruinieren

Moderne Autos verzeihen scheinbar jeden Fahrfehler. Doch fünf teilweise alltägliche Angewohnheiten können teure Bordelektronik und Mechanik zerstören.

Moderne Autos sind rollende Supercomputer mit hunderten Sensoren und komplexer Regeltechnik. Viele Lenker ruinieren ihr Hightech-Fahrzeug jedoch mit Gewohnheiten aus dem letzten Jahrhundert.
Aufgepasst! Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden. Aus Liebe zum Auto und für die eigene Sicherheit …
Heisse Turbomotoren abrupt abschalten
Nach zügiger Autobahnfahrt dreht der Abgasturbolader mit bis zu 200'000 Umdrehungen pro Minute. Schalten Sie das Triebwerk sofort aus, reisst der lebenswichtige Schmierfilm der Welle augenblicklich ab.
Das stehende Öl verkokt durch die enorme Hitze und blockiert die feinen Lagerkanäle. Lassen Sie den Motor daher stets sechzig Sekunden im Leerlauf nachlaufen.
Moderne Start-Stopp-Systeme deaktivieren das Aggregat oft zu früh nach harten Steigungen. Ein manuelles Übersteuern der Automatik rettet hier potenziell tausende Franken Reparaturkosten.
Fahrstufe «P» beim Ausrollen einlegen
Elektronische Wählhebel verleiten beim Parkieren zur hektischen und vorzeitigen Bedienung. Wer die Parksperre aber vor dem vollständigen Stillstand rastet, belastet den mechanischen Sperrstift extrem.
Das Bauteil bricht im schlimmsten Fall ab und wandert direkt ins Getriebegehäuse. Doppelkupplungsgetriebe reagieren auf solche Fehlbedienungen mit extremem Verschleiss der Schaltgabeln.

Betätigen Sie immer zuerst die Fussbremse bis zum absoluten Halt des Fahrzeugs. Erst danach aktivieren Sie die Parkbremse und wählen die Parkstufe.
Starthilfekabel direkt an Batteriepolen klemmen
Bei entladener Starterbatterie greifen viele Automobilisten reflexartig zu klassischen Überbrückungskabeln. Ein direkter Anschluss am Minuspol umgeht jedoch den hochsensiblen Batteriesensor am Massepunkt.
Das Batteriemanagement verliert dadurch den exakten Ladezustand und steuert Generatoren falsch an. Zudem drohen gefährliche Spannungsspitzen, welche empfindliche Mikroprozessoren im Bordnetz zerstören.
Nutzen Sie ausschliesslich die im Motorraum markierten, separaten Fremdstartpunkte der Karosserie. Die Betriebsanleitung zeigt den exakten Massepunkt für sicheres Überbrücken ohne Funkenflug.
Den Tank oder Akku komplett leeren
Die Restreichweitenanzeige verführt dazu, den letzten Tropfen Treibstoff oder das letzte Prozent Akkustand auszureizen. Hochdruck-Kraftstoffpumpen moderner Direkteinspritzer nutzen den Treibstoff jedoch gleichzeitig als Kühlung und Schmiermittel.
Saugt das System Luft an, entstehen fatale Riefen und Metallabrieb im Einspritzsystem. Bei Elektroautos droht bei Tiefentladung die sofortige irreversible Beschädigung einzelner Lithium-Ionen-Zellmodule.
Das Hochvoltsystem trennt sich zur Eigensicherung und blockiert das gesamte Bordnetz. Tanken oder laden Sie daher stets ab einer Restkapazität von zehn Prozent.
Assistenzsystemen die volle Kontrolle überlassen
Adaptive Tempomaten und Spurhalteassistenten suggerieren trügerische Sicherheit im dichten Pendlerverkehr. Die aktuellen Systeme erreichen jedoch lediglich Level zwei und erfordern somit permanente Wachsamkeit.

Schmutzige Radarsensoren oder tiefstehende Sonne setzen Kamerasysteme oft für einige Millisekunden ausser Kraft. Nach Schweizer Strassenverkehrsgesetz haftet der Lenker stets uneingeschränkt für jedes Manöver.
Behalten Sie also beide Hände am Lenkrad und die Füsse stets bremsbereit. Technik unterstützt Sie wirkungsvoll, ersetzt aber niemals die menschliche Aufmerksamkeit.





