Clever: Familien-Vans im Occasions-Check

SUVs blenden, Vans liefern kompromisslos ab. Wer heute noch auf Lifestyle-Geländewagen setzt, verbrennt beim Autokauf schlichtweg sein Geld.

Sind SUVs für Familien nicht mehr als eine Mogelpackung? Trotz wuchtiger Aussenmasse versagen sie schliesslich regelmässig beim nutzbaren Kofferraumvolumen.
Klassische Grossraumlimousinen nutzen die Fahrzeuglänge dank steiler Heckklappen und tiefer Ladeböden technisch perfekt aus. Ein gebrauchter Van schlägt jeden stylischen Crossover bei der Ladekapazität um Längen.

Drei vollwertige Isofix-Kindersitze in Reihe zwei bleiben im SUV-Segment eine absolute Ausnahme. Auf dem Schweizer Occasionsmarkt sichern sich schlaue Interessenten mit bewährten Vans echte Preis-Leistungs-Sieger.
Der ewige Klassenprimus gegen den Preis-Champion
Der VW Touran dominiert den Markt mit solider Ergonomie und hoher Wertstabilität. Doch sein Doppelkupplungsgetriebe DSG gilt bei hohen Laufleistungen als teures Reparaturrisiko.
Ein Ford Grand C-Max kontert mit agilerem Fahrwerk und praktischen Schiebetüren zum deutlich kleineren Preis. Seine Innenraumkunststoffe wirken im direkten Vergleich jedoch billiger verarbeitet.

Tipp: Beim Kauf entscheidet vor allem der reale Zustand des Fahrwerks über den tatsächlichen Spareffekt. Verschleiss an Querlenkern und Stossdämpfern tritt bei schwer beladenen Familienkutschen häufig auf.
Die Riesenklasse mit Schiebetüren im Härtetest
Der VW Sharan und sein Zwillingsbruder Seat Alhambra bieten mit ihren Schiebetüren unschlagbaren Komfort auf engen Parkfeldern. Allerdings plagen defekte elektrische Schiebetürmotoren und anfällige Abgasrückführungsventile die Besitzer.
Französische Alternativen wie der Citroën Grand C4 Spacetourer locken mit grandioser Rundumsicht und futuristischem Raumkonzept. Allerdings nervt die träge Touchscreen-Bedienung grundlegender Klimafunktionen während der Fahrt gewaltig.

Dafür glänzt der Franzose mit extrem rostresistenten Karosserien und sparsamen BlueHDi-Dieselmotoren. Wichtig ist hier: Prüfen Sie vor dem Kauf stets die vollständige Historie der Zahnriemenwechsel.
Typische Mängel vor der Schweizer MFK aufspüren
Familienfahrzeuge leiden im Alltag unter extremem Kurzstreckenbetrieb und chronischer Überladung. Verstopfte Partikelfilter und ausgeschlagene Traggelenke führen bei der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) sofort zum Durchfallen.
Achten Sie bei einer Probefahrt penibel auf polternde Geräusche aus dem Bereich der Hinterachse. Feuchtigkeit im Fussraum deutet zudem oft auf verstopfte Wasserabläufe des Panoramadachs hin.
Ein Blick auf die Bremsscheiben offenbart häufig tiefen Rost durch selten genutzte Bremsleistung. Unser Ratschlag: Beharren Sie vor Vertragsabschluss zwingend auf einer frisch bestandenen MFK-Prüfung.
Antriebswahl und Unterhaltskosten gezielt steuern
Auf langen Autobahnetappen bleibt der drehmomentstarke Turbodiesel für schwere Vans die wirtschaftlichste Wahl. Reine Stadtfahrer greifen jedoch besser zu einfachen Saug- oder kleinen Turbobenzinern ohne empfindliche Abgasnachbehandlung.
Grosse 18-Zoll-Räder treiben die Kosten für neue Pneus unnötig in die Höhe. Standarddimensionen mit 16 Zoll schonen das Familienbudget und bieten gleichzeitig mehr Federungskomfort.
Vergleichen Sie zudem die kantonalen Motorfahrzeugsteuern, da hubraumstarke Modelle ins Geld gehen. Mit der richtigen Modellwahl sparen Sie über fünf Jahre gerechnet mehrere tausend Franken.





