Mythos Porsche: So ist er entstanden

Wussten Sie, dass die Porsche-Legende auf Schweizer Strassen begann? Begleiten Sie uns zu den Wurzeln eines echten automobilen Mythos.

Wussten Sie, dass der allererste Porsche mit Strassenzulassung nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz ausgeliefert wurde? Am 7. Juli 1948 kaufte der Zürcher Rupprecht von Senger den ersten Porsche 356 «Nr. 1» Roadster in Gmünd.

Ohne Schweizer Kapital und den Genfer Autosalon 1949 gäbe es die Sportwagenmarke aus Zuffenhausen heute wohl gar nicht.
Wurzeln in Kärnten und Schweizer Pioniergeist
Ferdinand Porsche gründete sein Konstruktionsbüro zwar bereits 1931 in Stuttgart, doch der eigene Sportwagen entstand erst nach dem Krieg. Im kärntnerischen Gmünd baute sein Sohn Ferry Porsche 1948 den ersten Prototyp auf Basis von Volkswagen-Teilen.

Der Gitterrohrrahmen wog samt Aluminiumkarosserie nur 585 Kilogramm. Ein luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor mit 1'131 Kubikzentimetern Hubraum leistete im Heck bescheidene 35 PS bei 4'000 Umdrehungen.
Trotzdem erreichte der leichte Mittelmotor-Zweisitzer bereits beachtliche 135 km/h Spitze auf den damals kaum asphaltierten Alpenpässen. Der Zürcher Importeur Bernhard Blank finanzierte diesen mutigen Start massgeblich vor und präsentierte die Marke im März 1949 erstmals in Genf.
Der Neunelfer und die goldenen Sechzigerjahre
Auf das Erfolgsmodell 356 folgte 1963 die Premiere des Typ 901, der kurz darauf als 911 Geschichte schrieb. Haben Sie sich je gefragt, warum gerade Schweizer Käufer den hecklastigen Sechszylinder so schätzten?

Auf steilen Passstrassen wie dem Gotthard oder Julier bot das Konzept mit Motor über der Hinterachse maximale Traktion. Der erste Zweiliter-Boxermotor leistete 130 PS bei 6’100 Touren und beschleunigte das nur 1’080 Kilogramm schwere Coupé in 9.1 Sekunden auf Landstrassentempo.

Der Basispreis lag 1965 in der Schweiz bei stolzen 27'500 Schweizer Franken, was dem Gegenwert eines halben Einfamilienhauses entsprach. Mit dem 210 PS starken 911 Carrera RS 2.7 von 1972 krönte Porsche schliesslich seine erste grosse Wachstumsära.
Rennstrecke als Labor für die Strasse
Den Status als technischer Mythos erarbeitete sich das kleine Werk durch gezielte Siege im Langstreckensport gegen finanzstarke Grossserienhersteller. Nach dem Klassensieg in Le Mans 1951 folgten Triumphe bei der Targa Florio und der Carrera Panamericana.

Der Schweizer Rennfahrer Jo Siffert prägte diese Glanzjahre im Porsche 908 und im 917 massgeblich mit. Der Zwölfzylinder des Porsche 917 Kurzheck leistete 1970 bereits 580 PS und ermöglichte über 340 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Diese extreme Leichtbau- und Aerodynamik-Kompetenz floss direkt in die Serienmodelle für Ihre heimische Garage ein. Allein zwischen 1950 und 1973 steigerte das Unternehmen seine Jahresproduktion von knapp 300 auf über 15'000 Einheiten.
Daten & Highlights: Aufbau des Porsche-Mythos
- Unternehmensgründung: 25. April 1931 (Konstruktionsbüro Stuttgart), Sportwagenbau ab 1948 in Gmünd (Kärnten)
- Porsche 356 «Nr. 1» Roadster (1948): 1.1-Liter-Vierzylinder-Boxer, 35 PS (26 kW), 585 kg Leergewicht, 135 km/h Spitze
- Schweizer Schlüsselrolle: Weltweit erste Auslieferung nach Zürich (Juli 1948), Weltpremiere auf dem Genfer Salon (März 1949)
- Ur-911 (1964): 2.0-Liter-Sechszylinder-Boxer, 130 PS (96 kW), 174 Nm bei 4’200 U/min, 210 km/h Spitze, Neupreis Schweiz ca. 27’500 CHF
- Porsche 911 Carrera RS 2.7 (1972): 2.7-Liter-Boxer, 210 PS (154 kW), 255 Nm, 975 kg (Sport-Version), 0–100 km/h in 5.8 s
- Meilenstein Motorsport (Porsche 917K, 1970): Erster Gesamtsieg in Le Mans, 4.5-Liter-V12, 580 PS (426 kW), 800 kg Leergewicht





