Kostenbremse bei VW: Kampf um die Rendite

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    VW im Krisenmodus: 60 Milliarden Euro Sparziel, sinkende China-Absätze und drohende Werksschliessungen rütteln am deutschen Autoriesen. Wie geht's weiter?

    VW ID.3
    Ein Auto für alle, Funktionen nach Wunsch freischaltbar: Das Abo-Modell von Volkswagen ermöglicht eine Reduzierung der Komplexität in der Produktion, bleibt bei Kunden aber umstritten. - Volkswagen

    Wer heute einen Volkswagen erwirbt, setzt zumeist auf bewährte Qualität. In der heimischen Garage gilt ein VW traditionell als Inbegriff von Zuverlässigkeit.

    Volkswagen Golf «Edition 50» ist seit Februar im Handel vorstellbar.
    Dauerbrenner im Volkswagenhaus: Lange Zeit galt der VW Golf als Benchmark. - Volkswagen

    Strukturell kämpft der Konzern jedoch mit veralteten Kostenstrukturen. Hohe Fixkosten blockieren die notwendige Agilität in der modernen Fertigung.

    Geopolitische Hürden und sinkende Margen

    Der digitale Wandel sowie neue Antriebskonzepte verschlingen enorme finanzielle Mittel. Angesichts dieser Herausforderungen zieht die Konzernleitung nun die Notbremse für einen harten Sparkurs.

    Opel Astra
    Die Konkurrenz schläft nicht: Der Opel Astra wirkt frisch, modern und ist in vielen interessanten Farben verfügbar. - Opel

    Die Absatzzahlen im Schlüsselmarkt China sinken seit Monaten in besorgniserregendem Masse. Zusätzlich belasten hohe US-Zölle das internationale Geschäft der Wolfsburger erheblich.

    Die Konkurrenz aus Fernost drängt mit preiswerten Elektroautos aggressiv nach Europa. Gleichzeitig zehren hohe Softwarekosten die ohnehin schmalen Gewinnmargen weiter auf.

    Strategischer Umbau und das 60-Milliarden-Paket

    Konzernchef Oliver Blume sieht die langfristige Rentabilität des Unternehmens ernsthaft in Gefahr. Ein radikaler Umbau der gesamten Kostenstruktur soll künftig das Überleben sichern.

    BYD Dolphin
    Der Dolphin ist preislich so positioniert, dass er nicht nur den elektrischen VW ID.3 unterbietet, sondern auch für klassische Golf-Käufer zur echten Budget-Alternative wird. - BYD

    Bis zum Jahr 2028 sollen die Ausgaben um substanzielle 20 Prozent gesenkt werden. Dies entspricht der gewaltigen Summe von rund 60 Milliarden Euro über die gesamte Laufzeit.

    Sämtliche Konzernmarken stehen ab sofort unter genauer Beobachtung der Finanzabteilung. Vor allem die Verwaltung und die Entwicklung müssen ihre Effizienz deutlich steigern.

    Widerstand und drohende Werksschliessungen

    Blume forderte die Führungskräfte bereits im Januar zu entschlossenem Handeln auf. Das übergeordnete Ziel bleibt eine operative Umsatzrendite von 6.5 Prozent.

    EBIT Autobranche
    Hohe Fixkosten: Deutsche Standorte haben im globalen Vergleich sehr hohe Energie- und Lohnkosten. - auto-insitut

    Erstmals schliesst das Management Werksschliessungen in Deutschland nicht mehr kategorisch aus. Der Betriebsrat leistet gegen diese Pläne jedoch bereits jetzt erbitterten Widerstand.

    Betriebsratschefin Daniela Cavallo pocht auf bestehende Vereinbarungen zur Standortsicherung. Ein weiterer Stellenabbau über 35'000 Plätze hinaus gilt in Branchenkreisen als wahrscheinlich.

    Konsequenzen für das Modellprogramm

    Die IG Metall lehnt betriebsbedingte Kündigungen weiterhin konsequent ab. Bis zur Jahrespressekonferenz im März bleiben viele kritische Detailfragen ungeklärt.

    Der Sparkurs beeinflusst zudem massgeblich die Konzeption künftiger Fahrzeugmodelle. Ingenieure müssen fortan mit deutlich reduzierten Budgets für technische Innovationen planen.

    VW Tiguan
    VW Tiguan ist das «Goldesel»-Modell der Kernmarke. Er nutzt die Grossserientechnik des Golf, wird aber zu deutlich höheren Preisen verkauft. - Volkswagen

    Es ist zu erwarten, dass Volkswagen unrentable Nischenmodelle bald komplett aus dem Portfolio streicht. Die Konzentration liegt stattdessen auf margenstarken Volumenmodellen und grossen SUVs.

    Schweizer Kunden werden diese Straffung durch eine Reduktion der Modellvielfalt bemerken.

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    Kommentare

    User #4155 (nicht angemeldet)

    VW ist nicht zu empfehlen! Keine zeitnahen Ersatzteillieferungen bei der Stromerflotte! Unser ID4 ist nun sage und schreibe seit vier Monaten in der Werkstatt.

    User #5431 (nicht angemeldet)

    Aktionäre sind doch die Polypen an einem Produkt, das eigentlich funktioniert aber für die Dividende ausgeschlachtet wird?

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