Volltreffer: Mit dem EV2 zeigt Kia, wie es gehen kann

Endlich Vernunft statt SUV-Grössenwahn! Der Kia EV2 greift VW frontal an. Doch Vorsicht: Für echte Langstrecken ist der Sparfuchs nur bedingt geeignet.

Teure Elektro-Panzer blockieren unsere Strassen und den Erfolg der Energiewende. Wir brauchen endlich bezahlbare Kompaktwagen, die die Bevölkerung auch wirklich will.
Die Schweizer Elektromobilität stagniert aktuell jedoch wegen völlig überhöhter Einstiegspreise der Autohersteller. Grosse SUVs dominieren den Markt, obwohl Pendler nach kompakten Lösungen verlangen.
Der neue Kia EV2 bricht mit diesem ungesunden Premium-Trend der Branche. Mit einem Einstiegspreis von unter 27'000 Franken setzt er ein klares Zeichen.
Kompakte Wende gegen den Trend der SUV-Riesen
Er greift Konkurrenten wie den kommenden VW ID.2 in ihrem Revier an. Für Interessenten gut: Endlich schrumpfen die Ausmasse moderner SUVs wieder auf ein vernünftiges, urbanes Mass zusammen.

Technisch bietet der kompakte Koreaner eine solide Basis für den harten Alltag. Das digitale Cockpit erstreckt sich zeitgemäss über fast die gesamte Fahrzeugbreite.
Ein genauer Blick entlarvt jedoch auch deutliche Schwächen des neuen Hoffnungsträgers. Die Ladeleistung von maximal 118 Kilowatt enttäuscht im direkten Konkurrenzvergleich.
Wo der Rotstift schmerzhaft ansetzt
Wer auf der Autobahn schnell laden möchte, verliert an der Ladesäule wertvolle Zeit. Zudem ist die hocheffiziente Wärmepumpe beim Basismodell nur gegen Aufpreis erhältlich.
Das kostet Reichweite im kalten Schweizer Winter und strapaziert die Nerven. Mit lediglich 135 PS Leistung reisst der Elektromotor zudem keine Bäume aus.
Die Reichweite der kleineren Batterie beträgt im realen Alltag knapp 317 Kilometer. Für urbane Pendler reicht das völlig, für die Langstrecke hingegen kaum.
Ein Kompromiss mit echtem Zukunftspotenzial
Trotzdem ist dieses Fahrzeug genau das, was der Schweizer Markt benötigt. Das Kofferraumvolumen von 362 Litern schluckt problemlos den wöchentlichen Familieneinkauf.
Die optionale 61-kWh-Batterie erhöht die Reichweite immerhin auf gute 453 Kilometer. Damit rückt eine entspannte Fahrt durch das Tessin in greifbare Nähe.

Dank der optimierten Architektur lädt die Batterie in praxistauglichen 29 Minuten auf. Das reicht für eine kurze Kaffeepause während des Ladevorgangs völlig aus.
Günstige Elektroautos dürfen keine asketischen Verzichtserklärungen auf vier Rädern sein. Kia zeigt mit dem kompakten EV2, dass die Richtung im Ansatz stimmt.





