Billiger Tesla: Weniger Auto für weniger Geld

Tesla schmeisst das Model Y zum Schleuderpreis auf den Markt. Ist das neue Sparmodell eine Mogelpackung oder ein Geniestreich?

Tesla bietet das neue Basismodell des Model Y um satte 10'000 Euro günstiger an als die Premium-Variante. Schweizer Kunden blicken daher gespannt auf den Rotstift des amerikanischen Elektro-Pioniers.

Hinter dem Einstiegspreis von 39'990 Euro steckt eine stark abgespeckte Technik. Wer im Pendlerverkehr sparen will, muss bei diesem Crossover erhebliche Abstriche akzeptieren.
Wo Tesla bei der Basisvariante spart
Die Batterie des neuen Standard-Modells schrumpft auf eine Netto-Kapazität von knapp 69.5 Kilowattstunden. Dadurch sinkt die maximale Reichweite nach WLTP-Norm auf immerhin noch 534 Kilometer.
Auch an der Ladesäule verliert der günstige Stromer merklich an Performance. Statt der gewohnten 250 Kilowatt saugt der Akku Energie mit maximal 175 Kilowatt.

Beim Sprint von null auf einhundert Stundenkilometer vergehen träge 7.2 Sekunden. Zudem streicht der Hersteller das beliebte Panoramaglasdach und verbaut einen schlichten Stoffhimmel.
Der nackte Innenraum im Härtetest
Im Interieur regiert die Schlichtheit und verdrängt den gewohnten Luxus früherer Tage. Die Sitze bestehen nur noch aus einer Mischung aus Textil und Kunstleder.
Auf angenehme Sitzbelüftung für heisse Sommertage müssen Fahrer komplett verzichten. Sogar das Lenkrad und die Aussenspiegel verstellen Passagiere ab jetzt wieder komplett manuell.
Musikhörer vermissen zudem den satten Klang, da Tesla den mächtigen Subwoofer gestrichen hat. Sieben einfache Lautsprecher beschallen fortan die spartanisch eingerichtete Kabine des SUV.
Verzicht bei Optik und Assistenz
Das äussere Erscheinungsbild des Crossovers verliert durch massive Vereinfachungen seinen gewohnten Glanz. Die Scheinwerfer kommen nun ohne die moderne Matrix-Funktion für blendfreies Fernlicht aus.
Zudem fehlt dem neuen Basismodell das schicke Lichtband an der markanten Frontschürze. Im Fond suchen technikbegeisterte Passagiere vergeblich nach dem praktischen zweiten Touchscreen-Display.

Immerhin bleibt der zentrale, grosse Bildschirm in der vorderen Cockpitreihe voll einsatzbereit. Tesla spart hier zwar an feinen Details, bewahrt aber die digitale Grundstruktur.
Ein harter Vergleich mit der Konkurrenz
Das Basis-Model-Y schlägt etablierte Konkurrenten wie den VW ID.4 beim Verbrauch spielend. Mit nur 13.1 Kilowattstunden pro einhundert Kilometer bleibt der Amerikaner extrem sparsam.
Kritiker bemängeln jedoch das vereinfachte, passive Fahrwerk ohne adaptive Dämpfer. Die Konkurrenz bietet in dieser Preisklasse bereits oft einen deutlich höheren Fahrkomfort auf unebenen Strassen.
Auch die geringe Zuladung bleibt eine bekannte Schwachstelle. Für preissensible Käufer bleibt das Einstiegsmodell dennoch eine ernsthafte Überlegung wert.





