Das Apollo-Mondauto: Hightech im Mondstaub

Faltbares Chassis, Drahtreifen und T-Griff: Entdecken Sie das legendäre Apollo-Mondauto – ein technisches Meisterwerk, das noch heute auf dem Mond parkt.

Der Mond wurde in den 1970er-Jahren zur ultimativen Offroad-Strecke der Menschheit. Völlig ohne Strassen oder Tankstellen mussten die Astronauten technisch gänzlich neue Wege beschreiten.

Das Lunar Roving Vehicle (LRV) erwies sich dabei als ein bis heute bewundertes Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Pionierleistung für extreme Distanzen
Es ermöglichte den Forscherteams eine enorme Reichweite innerhalb der lebensfeindlichen Kraterlandschaft. Auf der Erde wog das filigrane Gefährt stolze 210 Kilogramm, was für den Transport ins All eine Herausforderung darstellte.

Da der Platz in der Mondlandefähre extrem begrenzt und kostbar war, wurde ein spezieller Faltmechanismus entworfen. Die Ingenieure entwickelten ein ausgeklügeltes System, mit dem sich der gesamte Rahmen kompakt zusammenklappen liess.
Erst direkt auf der Mondoberfläche entfaltete sich das Fahrzeug, fast so, als würde es von Geisterhand zum Leben erweckt. Zwei Silber-Zink-Batterien lieferten den nötigen Strom für die vier Elektromotoren in den Rädern.
Innovative Antriebstechnik ohne Gummi
Jedes Rad funktionierte dabei völlig unabhängig von den anderen Antrieben des Fahrzeugs. Dies garantierte die Mobilität der Astronauten selbst dann, wenn ein Motor einen technischen Defekt erlitten hätte.

Herkömmliche Gummireifen hätten den extremen Temperaturschwankungen auf dem Mond niemals standgehalten. Die Entwickler setzten stattdessen auf ein widerstandsfähiges Geflecht aus verzinktem Klavierdraht.
Kleine Plättchen aus Titan sorgten auf dem lockeren Boden für den dringend benötigten Grip. So konnten die Astronauten sicher über schroffe Felsen und durch den feinen, tückischen Staub steuern.
Intuitive Steuerung im Vakuum
Die Federung schluckte selbst harte Stösse ab, die in der geringen Schwerkraft besonders unberechenbar wirken können. Das innovative Design verhinderte zudem ein tiefes Einsinken in den feinkörnigen Regolith-Boden.
Ein klassisches Lenkrad suchte man im offenen Cockpit des Mondautos übrigens vergeblich. Die Astronauten manövrierten das Fahrzeug stattdessen mit einem einfachen, T-förmigen Handgriff.

Ein Druck nach vorne bedeutete Beschleunigung, während das Ziehen nach hinten die Bremsen aktivierte. Diese intuitive Bedienung war essenziell, um die Steuerung auch mit den klobigen Handschuhen der Raumanzüge zu ermöglichen.
Navigationspräzision und Geschwindigkeitsrekorde
Ein integriertes Navigationssystem berechnete ständig die exakte Position zum weit entfernten Landemodul. Sicherheit stand bei der Erkundung der weiten, grauen Ebenen für die NASA immer an oberster Stelle.
Das Apollo-Auto erreichte eine respektable Höchstgeschwindigkeit von etwa 18 Kilometern pro Stunde. Astronaut Gene Cernan hielt mit diesem Tempo lange Zeit den inoffiziellen Geschwindigkeitsrekord auf der Mondoberfläche.

Insgesamt legten die drei eingesetzten Fahrzeuge während der Missionen fast 90 Kilometer zurück. Dank dieser Mobilität konnten die Teams deutlich mehr wissenschaftlich relevante Gesteinsproben sammeln als zuvor.





