Das Apollo-Mondauto: Hightech im Mondstaub

Maia Schmied
Maia Schmied

Faltbares Chassis, Drahtreifen und T-Griff: Entdecken Sie das legendäre Apollo-Mondauto – ein technisches Meisterwerk, das noch heute auf dem Mond parkt.

LRV von Apollo 15
Pionier der Apollo-Ära: Das erste Mondauto kam 1971 während der Apollo-15-Mission zum Einsatz. - NASA

Der Mond wurde in den 1970er-Jahren zur ultimativen Offroad-Strecke der Menschheit. Völlig ohne Strassen oder Tankstellen mussten die Astronauten technisch gänzlich neue Wege beschreiten.

Mondauto
Elektroantrieb pro Rad: Jedes der vier Räder verfügt über einen eigenen, 0.25 PS starken Elektromotor. - Nasa

Das Lunar Roving Vehicle (LRV) erwies sich dabei als ein bis heute bewundertes Meisterwerk der Ingenieurskunst.

Pionierleistung für extreme Distanzen

Es ermöglichte den Forscherteams eine enorme Reichweite innerhalb der lebensfeindlichen Kraterlandschaft. Auf der Erde wog das filigrane Gefährt stolze 210 Kilogramm, was für den Transport ins All eine Herausforderung darstellte.

Mondauto
Geschwindigkeitsrekord im All: Die höchste jemals auf dem Mond gefahrene Geschwindigkeit betrug etwa 18 km/h. - NASA

Da der Platz in der Mondlandefähre extrem begrenzt und kostbar war, wurde ein spezieller Faltmechanismus entworfen. Die Ingenieure entwickelten ein ausgeklügeltes System, mit dem sich der gesamte Rahmen kompakt zusammenklappen liess.

Erst direkt auf der Mondoberfläche entfaltete sich das Fahrzeug, fast so, als würde es von Geisterhand zum Leben erweckt. Zwei Silber-Zink-Batterien lieferten den nötigen Strom für die vier Elektromotoren in den Rädern.

Innovative Antriebstechnik ohne Gummi

Jedes Rad funktionierte dabei völlig unabhängig von den anderen Antrieben des Fahrzeugs. Dies garantierte die Mobilität der Astronauten selbst dann, wenn ein Motor einen technischen Defekt erlitten hätte.

Mondauto
Steuerung per Joystick: Statt eines Lenkrads nutzten die Astronauten einen T-förmigen Handgriff zur Navigation. (Eugene Cernan mit dem LRV der Apollo-17-Mission am 11. Dezember 1972) - NASA

Herkömmliche Gummireifen hätten den extremen Temperaturschwankungen auf dem Mond niemals standgehalten. Die Entwickler setzten stattdessen auf ein widerstandsfähiges Geflecht aus verzinktem Klavierdraht.

Kleine Plättchen aus Titan sorgten auf dem lockeren Boden für den dringend benötigten Grip. So konnten die Astronauten sicher über schroffe Felsen und durch den feinen, tückischen Staub steuern.

Intuitive Steuerung im Vakuum

Die Federung schluckte selbst harte Stösse ab, die in der geringen Schwerkraft besonders unberechenbar wirken können. Das innovative Design verhinderte zudem ein tiefes Einsinken in den feinkörnigen Regolith-Boden.

Ein klassisches Lenkrad suchte man im offenen Cockpit des Mondautos übrigens vergeblich. Die Astronauten manövrierten das Fahrzeug stattdessen mit einem einfachen, T-förmigen Handgriff.

Mondauto
Instrumente des LRV. - NASA

Ein Druck nach vorne bedeutete Beschleunigung, während das Ziehen nach hinten die Bremsen aktivierte. Diese intuitive Bedienung war essenziell, um die Steuerung auch mit den klobigen Handschuhen der Raumanzüge zu ermöglichen.

Navigationspräzision und Geschwindigkeitsrekorde

Ein integriertes Navigationssystem berechnete ständig die exakte Position zum weit entfernten Landemodul. Sicherheit stand bei der Erkundung der weiten, grauen Ebenen für die NASA immer an oberster Stelle.

Das Apollo-Auto erreichte eine respektable Höchstgeschwindigkeit von etwa 18 Kilometern pro Stunde. Astronaut Gene Cernan hielt mit diesem Tempo lange Zeit den inoffiziellen Geschwindigkeitsrekord auf der Mondoberfläche.

Mondauto
Vakuumbeständig: Da es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt, würden luftgefüllte Reifen sofort platzen – das Drahtgeflecht benötigt keinen Innendruck. - Tyrol5

Insgesamt legten die drei eingesetzten Fahrzeuge während der Missionen fast 90 Kilometer zurück. Dank dieser Mobilität konnten die Teams deutlich mehr wissenschaftlich relevante Gesteinsproben sammeln als zuvor.

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