Datenkrake Auto: Risiko oder Nutzen?

    Daniel Huber
    Daniel Huber

    Autos sind zu rollenden Datensammlern geworden, die eine Fülle von Informationen über uns erfassen. Umso wichtiger ist es, Datenschutzrisiken zu kennen.

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    Die Vernetzung der Autos hat grosses Potenzial in der Unfallvermeidung. - Depositphotos

    Moderne Fahrzeuge sind vollgepackt mit Technologie, die unser Fahrerlebnis komfortabler und sicherer machen soll – von Navigationssystemen über Fahrerassistenzsysteme bis hin zu Entertainmentangeboten.

    Doch diese fortschrittlichen Funktionen haben ihren Preis: unsere Daten. Autos sammeln eine riesige Menge an Informationen über uns, oft ohne unser Wissen oder unsere Zustimmung.

    Stellen Sie sich vor: Ihr Auto weiss, wohin Sie fahren, wie schnell Sie fahren, welche Musik Sie hören und sogar, wie viel Sie wiegen.

    Welche Daten sammelt Ihr Auto?

    Die Datensammlung im Auto erfolgt auf vielfältige Weise. Sensoren, Kameras, Mikrofone und andere Technologien erfassen kontinuierlich Informationen über das Fahrzeug, seine Umgebung und seine Nutzer.

    Schaubild V-to-X
    Die nächste Stufe der digitalen Vernetzung: Das Automobil wird zum Herzstück des «Internet of things». Die Fahrzeugflotte als Informationsquelle. - Mercedes Benz

    Stellen Sie sich Ihr Auto wie ein Smartphone auf Rädern vor, das ständig Daten aufzeichnet. Zu den gesammelten Daten gehören unter anderem:

    Fahrzeugbezogene Daten

    - Geschwindigkeit, Kilometerstand, Kraftstoffverbrauch

    - Reifendruck, Motordrehzahl, Blinker-Betätigung

    - Abbremsverhalten, Sitzposition des Fahrers

    - Gewählter Fahrmodus (ECO, Sport und Co.)

    - Inhalt des Fehlerspeichers

    - Detaillierte Daten der Antriebsbatterie (bei Elektrofahrzeugen)

    - Einsatzdaten des Reichweiten-Verlängerers (bei Elektrofahrzeugen mit Range Extender)

    - Ladedaten (bei Elektrofahrzeugen)

    Nutzerbezogene Daten

    - Fahrverhalten (z.B. Beschleunigung, Lenkverhalten)

    - Sprachinteraktionen (z.B. mit Sprachassistenten)

    - Biometrische Daten (z.B. Gesichtserkennung, Müdigkeitszustand)

    - Finanzielle Informationen (z.B. Einkommen, Ausgabegewohnheiten)

    - Persönliche Daten (z.B. Einwanderungsstatus, genetische Informationen, sexuelle Aktivität)

    Standortbezogene Daten

    - GPS-Daten

    - Abstellpositionen

    - Letzte Ladestationen (bei Elektrofahrzeugen)

    - Intermodale Verbindungspunkte (bei Nutzung anderer Verkehrsmittel)

    - Rückschlüsse auf das Fahrverhalten und die Nutzung des Fahrzeugs

    Wie werden diese Daten verwendet?

    Fehlerdiagnose und Wartung: Werkstätten können die gesammelten Daten nutzen, um Fehler schneller zu diagnostizieren und Wartungsarbeiten effizienter zu planen.

    Verbesserung der Fahrzeugsicherheit: Durch die Analyse von Fahrdaten können Hersteller neue Sicherheitsfunktionen entwickeln und bestehende Systeme verbessern.

    2021 Opel Mokka-e
    Auch die Apps im Auto sammeln Daten. - Opel

    Unfallanalyse: Im Falle eines Unfalls können die gespeicherten Daten helfen, die Unfallursache zu ermitteln und die Sicherheit zukünftiger Fahrzeuge zu verbessern.

    Entwicklung autonomer Fahrzeuge: Die Daten aus vernetzten Fahrzeugen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Verbesserung autonomer Fahrsysteme.

    Riskante Fahrweise – teurer Versicherungstarif?

    Personalisierte Dienste: Anhand der gesammelten Daten können personalisierte Dienste angeboten werden, wie Routenempfehlungen, die den aktuellen Verkehr berücksichtigen, Musikvorschläge basierend auf dem Hörverhalten oder gezielte Werbung für nahegelegene Restaurants oder Tankstellen.

    Versicherungen: Versicherungen können die Daten nutzen, um das Fahrverhalten zu analysieren und individuelle Versicherungstarife zu berechnen.

    Marketing: Die gesammelten Daten können für gezielte Werbung und Marketingkampagnen verwendet werden. So könnten Autofahrer beispielsweise Werbung für Produkte oder Dienstleistungen erhalten, die zu ihren Fahrgewohnheiten oder ihrem Lifestyle passen.

    Wer hat Zugriff auf die Daten?

    In erster Linie haben die Fahrzeughersteller Zugriff auf die gesammelten Daten. Sie entscheiden, welche Daten an Dritte weitergegeben werden. Zu den Dritten gehören unter anderem:

    Dienstleister: z.B. Pannenhilfe, Werkstätten

    Datenbroker: Unternehmen, die Daten sammeln und verkaufen

    Versicherungen: für die Berechnung individueller Tarife

    Behörden: z.B. Polizei, Justiz

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    Kommentare

    User #3066 (nicht angemeldet)

    Deswegen fahre Young- & Oldtimer.

    User #5876 (nicht angemeldet)

    Ich glaube hier haben alle einen Dachschaden. Nutzen Handy und Computer, telefonieren mit VOIP und schreiben Email, nutzen Whatsapp, Facebook, Instagram usw. ,beklagen sich dann aber über Datenkraken. JEDES Auto seit 15 Jahren sammelt Daten. Schon lange bevor es E-Autos gab. Noch was, ihr ALLE habt das mit dem Kauf des Autos unterschrieben. Geht zurück in die Steinzeit.

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