Irritation: Royale Fuhrparks im Öko-Check

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Zwischen Panzer-Kolossen und Öko-Treibstoff: Warum die angebliche Bescheidenheit im Fuhrpark von König Charles und Co. eine reine Illusion ist.

    Bentley State Limousine
    Bentley State Limousine als königliches Jubiläumsgeschenk: Bentley baute zum 50. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. im Jahr 2002 weltweit lediglich zwei Exemplare dieser Staatslimousine. - Minzoblate

    Moderne Monarchen inszenieren sich gerne als bodenständige Vorbilder für die Gesellschaft. Beim Blick auf ihre Fuhrparks entpuppt sich diese Bescheidenheit aber rasch als Illusion.

    Hinter dicken Palastmauern dominieren schwer gepanzerte Kolosse mit enormem Treibstoffdurst den royalen Alltag. Ein britisches Paradebeispiel wiegt fast vier Tonnen und fordert gewaltige V8-Biturbo-Aggregate für den Vortrieb.

    Klar ist also: Während Herr und Frau Schweizer über energieeffiziente Antriebe nachdenken, gelten für gekrönte Häupter eigene Gesetze.

    Der Bentley der Windsors

    König Charles nutzt für offizielle Staatsanlässe zwei massgefertigte Bentley State Limousinen. Diese Unikate bieten eine enorme Innenraumhöhe und erlauben dem Monarchen ein aufrechtes Einsteigen ohne Bücken.

    Bentley State Limousine Innen
    Leder nur vorn: Während die Monarchen im Fond auf Wolle reisen, ist der Chauffeursitz traditionell mit robustem Connolly-Leder bezogen. - Bebop 4

    Beim Blick auf den Antrieb fällt auf, dass Umweltfreundlichkeit hier keine Rolle spielt: Sein durstiger 6.75-Liter-Motor verbraucht gigantische Mengen Benzin und verfehlt zeitgemässe Effizienzstandards meilenweit.

    Monacos Hybrid-Pionier gegen die neue Stromer-Klasse

    Fürst Albert von Monaco setzt im mondänen Stadtstaat bewusst auf alternative Technologien. Zu seiner Hochzeit liess er einen Lexus LS 600h L in ein elegantes Landaulet mit Plexiglasdach umbauen.

    Lexus LS600
    Lexus LS600: Aufwendige Manufakturarbeit: Der belgische Karosseriebauer Carat Duchatelet benötigte über 2000 Arbeitsstunden für den handgefertigten Landaulet-Umbau. - All Andorra (Screenshot)

    Der japanische Vollhybrid punktet im dichten Stadtverkehr mit flüsterleiser, rein elektrischer Fortbewegung bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die minimale E-Reichweite von wenigen Kilometern reicht heute aber kaum noch für eine glaubwürdige Öko-Bilanz.

    Dennoch schlägt das monegassische Konzept den britischen Bentley-Fuhrpark beim lokalen Schadstoffausstoss um Längen.

    Öko-Treibstoff und Hochspannung im britischen Fuhrpark

    Neben schwerem Staatsblech pflegt König Charles eine Schwäche für sportliche Klassiker. Seinen geliebten Aston Martin DB6 Volante betreibt er mit einem Gemisch aus Bio-Ethanol, Weinresten und Molke.

    Aston Martin DB6
    Wein und Käse im Tank: Der Klassiker wurde so umgebaut, dass er mit nachhaltigem Bioethanol (E85) aus überschüssigem englischen Weisswein und Molke aus der Käseproduktion fährt. - Top Gear (Screenshot)

    Dieser kuriose Umbau senkt zwar fossile CO2-Emissionen, taugt wegen der begrenzten Rohstoffbasis aber keineswegs als massentaugliche Lösung für Autofahrer. Im Alltag weichen die jüngeren Royals deshalb längst auf alltagstaugliche Elektrofahrzeuge wie den Jaguar I-Pace oder den Audi e-tron aus.

    Diese modernen Stromer bieten erstklassige Drehmomentwerte und fahren lokal komplett emissionsfrei durch die Londoner Umweltzone. Bei extremen Sicherheitsanforderungen stossen reine Batterieautos wegen des hohen Zusatzgewichts durch Panzerstahl jedoch an physikalische Grenzen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4157 (nicht angemeldet)

    Rieseneffekt bei den 420km, die sie jährlich damit fahren, vielleicht aber auch nur 380

    User #1343 (nicht angemeldet)

    fahre nur velo

    Weiterlesen

    Bufori Geneve
    Stories
    Fiat 124
    Fiat
    Pariser Motor Show
    Neues
    Honda Civic R
    11 Interaktionen
    Neues
    Jeep Grand Cherokee L Overlaod
    Jeep
    Jaguar 01
    24 Interaktionen
    Jaguar