Mobilität: 10 Punkte, die sich in der Schweiz ändern werden

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Veränderte Gewohnheiten, smarte Technologien und die Suche nach Nachhaltigkeit krempeln die individuelle Mobilität in der Schweiz um.

    Tesla Cybercab
    Das Tesla Cybercab ist ein autonomes Elektrofahrzeug, das als Robotaxi konzipiert ist und ohne Lenkrad oder Pedale auskommt. - Wikipedia

    Die Art und Weise, wie sich Menschen in der Schweiz fortbewegen, befindet sich in einem rasanten Wandel. Getrieben durch technologische Innovationen, das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und veränderte Lebensstile, lösen sich starre Konzepte auf.

    Individuelle Mobilität wird heute nicht mehr allein durch das Auto definiert, sondern durch eine dynamische Kombination verschiedener Verkehrsmittel. Diese Entwicklung hin zu einer vernetzten und flexiblen Mobilität ist entscheidend für die Gestaltung der urbanen wie auch ländlichen Räume der Zukunft.

    1. Die Ära der Elektromobilität

    Der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf elektrische Antriebe ist der wohl prägnanteste Trend. Die Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge steigen in der Schweiz kontinuierlich, wenn auch weniger stark als prognostiziert.

    evpass App
    Unterwegs laden? Kein Problem! Ihr Apps zeigen Ihnen bereits heute ganz einfach den Weg zur nächsten Ladestation. - Evpass

    Sie tragen zur Reduktion von CO₂-Emissionen und Lärmbelastung bei. Die verbesserte Batterietechnologie und der rasche Ausbau der Ladeinfrastruktur machen E-Autos zunehmend alltagstauglich.

    2. Wachstum der Mikromobilität

    Klein, wendig und oft elektrisch: Fahrzeuge der Mikromobilität wie E-Bikes und E-Scooter sind aus den Schweizer Städten nicht mehr wegzudenken. Sie decken die «letzte Meile» effizient ab und sind eine flexible Alternative für kurze Distanzen.

    Sharing-Anbieter machen diese Verkehrsmittel leicht zugänglich und tragen dazu bei, den öffentlichen Raum neu zu gestalten, indem sie den Autoverkehr in den Innenstädten reduzieren.

    3. Shared Mobility: Teilen statt Besitzen

    Das Konzept, Fahrzeuge nur bei Bedarf zu nutzen, hat sich fest etabliert. Carsharing-Dienste ermöglichen es, die Vorteile eines Autos ohne die Belastungen des Besitzes (Service, Steuern) zu geniessen.

    Carsharing der SBB
    Eine gute Kombination, die es weiter auszubauen gilt. Der ÖV und regionale Carsharing-Angebote. - Mobility

    Darüber hinaus gewinnen auch Ridesharing- und Ridepooling-Angebote an Bedeutung. Dieses Modell der geteilten Mobilität optimiert die Nutzung bestehender Ressourcen und reduziert die Anzahl der privaten Fahrzeuge auf den Strassen.

    4. Vernetzung und Mobilitäts-Apps

    Die Digitalisierung ist ein zentraler Treiber der Mobilitätswende. Multimodale Apps integrieren verschiedene Verkehrsträger – von öffentlichen Verkehrsmitteln über Carsharing bis hin zu E-Scootern – in einer einzigen Anwendung.

    Swiss Car
    Swiss E-Car bietet Gemeinden, Wohnanlagen, Vermietern und Firmen eine Carsharing-Plattform mit Elektroautos, die mit Naturstrom betrieben werden. - Suisse E-Car (Screenshot)

    Nutzer können so ihre gesamte Reisekette planen, buchen und bezahlen, was die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel nahtlos und unkompliziert macht.

    5. Mobilität als Service (MaaS)

    MaaS geht über einfache Apps hinaus und bietet Mobilität als ein umfassendes Servicepaket an. Anstatt ein Auto zu besitzen, abonnieren Nutzer einen Dienst, der ihnen je nach Bedarf Zugang zu verschiedenen Verkehrsmitteln verschafft.

    Dieses Modell zielt darauf ab, die Abhängigkeit vom privaten Pkw vollständig zu verringern, indem es eine attraktive, flexible Alternative schafft.

    6. Autonomes Fahren

    Obwohl noch in den Anfängen, schreitet die Entwicklung des autonomen Fahrens in der Schweiz voran. Pilotprojekte mit selbstfahrenden Shuttles testen die Technologie.

    Renault Autonomes Shuttle
    Autonome Shuttle Services in Paris während der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris. Auch bald in der Schweiz? - Renault

    Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden angepasst, um den Einsatz automatisierter Fahrzeuge zu ermöglichen. Die Vision ist eine sicherere und effizientere Mobilität, die vor allem im öffentlichen Verkehr und bei Lieferdiensten das Potenzial hat, grosse Veränderungen herbeizuführen.

    7. Entwicklung ländlicher Mobilität

    Die Mobilitätsherausforderungen in ländlichen Gebieten unterscheiden sich stark von denen in Städten. Um die Abhängigkeit vom privaten Auto zu reduzieren, werden hier bedarfsorientierte, flexible On-Demand-Angebote getestet.

    Rufbusse
    ÖV-Anbindung: Was im urbanen Umfeld schon funktioniert, stellt im ländlichen Raum immer noch eine grosse Herausforderung dar. Rufbusse sind ein erster Schritt, um diese Lücke zu schliessen. - Sbb.ch (Screenshot)

    Rufbusse oder Ridepooling-Dienste verbessern das öffentliche Verkehrsnetz und die Anbindung entlegener Regionen. Diese Ansätze könnten die Lebensqualität in ländlichen Räumen erheblich steigern.

    8. Das Fahrrad als zentrales Verkehrsmittel

    Die Förderung des Langsamverkehrs, insbesondere des Velos, ist ein wichtiger Aspekt der Schweizer Verkehrspolitik.

    Treppenweg
    Bellikersteig: Treppenweg mit Schieberampe für Velos. - Stadt-zuerich.ch (Screenshot)

    Der Ausbau von Velowegen und die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrräder zeigen, dass das Velo nicht mehr nur als Freizeitmittel, sondern als vollwertiges Pendlerfahrzeug gesehen wird. Dies trägt zur Gesundheit der Bevölkerung und zur Entlastung der Städte bei.

    9. Intelligente Infrastruktur

    Verkehrsströme werden zunehmend durch intelligente Systeme gesteuert. Sensoren, Kameras und vernetzte Ampelsysteme erfassen Verkehrsdaten in Echtzeit, um Staus zu vermeiden und den Verkehrsfluss zu optimieren.

    Dubai bei Nacht
    Die komplexe Vernetzung der gesamten Infrastruktur erfordert die Verarbeitung grosser Datenmengen. - Pexels

    Derartige Technologien legen den Grundstein für eine effizientere und sicherere Mobilität der Zukunft.

    10. Pendeln im Wandel: Home-Office und flexible Arbeit

    Die zunehmende Verbreitung von Home-Office und flexiblen Arbeitsmodellen hat die Pendlerströme grundlegend verändert. Die Rushhour wird entzerrt, und die Notwendigkeit, täglich das Auto oder den Zug zu nehmen, sinkt.

    Home - Office
    Die Entwicklung des Individualverkehrs ist massgeblich von der Entwicklung der Arbeitsplatzentwicklung abhängig. - Pexels

    Dies führt zu einer Reduktion des Verkehrsaufkommens und unterstreicht die Notwendigkeit von flexiblen Mobilitätslösungen, die sich an die individuellen Bedürfnisse anpassen können.

    Die aufgeführten Trends zeigen, dass sich die Schweiz von einer rein automobilbasierten Gesellschaft zu einem multimodalen und vernetzten Mobilitätssystem entwickelt.

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    Kommentare

    User #6171 (nicht angemeldet)

    Die individuelle Mobilität ist die Grundlage unserer heutigen Wirtschaft, die sich über die Jahrzehnte bis heute so entwickelt und etabliert hat, seit wir mit dem Auto fahren können. Wird diese individuelle Mobilität innert kurzer Zeit versucht umzugstalten, wird sich das sehr negativ auf unsere Volkswirtschaft auswirken. Deshalb braucht es mehr Zeit, damit sich auch die Wirtschaft entsprechend umorientieren und anpassen kann.

    User #9073 (nicht angemeldet)

    Kann man mit solchen Flügeltüren auch zwischen zwei Autos parkieren beziehungsweise noch eu und aussteigen?

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