Endlich wieder Druck: Das Comeback der Taste!

Bye-bye, Touchscreen-Frust! Euro NCAP erzwingt ab 2026 die Rückkehr echter Tasten für mehr Sicherheit. Warum das Ende der digitalen Cockpits naht ...

Wer kennt das nicht: Man sucht im Starkregen verzweifelt die Wischerfunktion auf dem riesigen Display. Moderne Autos gleichen heute eher rollenden Smartphones als klassischen Fahrzeugen.
Doch die Digitalisierung der Cockpits stösst nun an ihre sicherheitstechnischen Grenzen. Die Prüforganisation Euro NCAP greift hart durch und fordert haptische Bedienelemente zurück.
Sensoren und Software müssen weichen, wenn es um die intuitive Bedienung im Notfall geht. Diese Kehrtwende markiert einen Meilenstein für die Verkehrssicherheit auf unseren Strassen.
Die fünf Gebote für die Bestnote
Die neuen Richtlinien lassen den Herstellern kaum Spielraum bei der Gestaltung ihrer Armaturentafeln. Konkret müssen fünf essenzielle Funktionen über physische Schalter oder Hebel steuerbar sein.

Dazu gehören zwingend die Blinker, das Warnblinklicht sowie die Bedienung der Scheibenwischer. Auch das Horn und der gesetzlich vorgeschriebene SOS-Notruf dürfen nicht hinter Menüs verschwinden.
Ohne diese haptische Rückmeldung verweigern die Prüfer künftig die begehrte Bestnote von fünf Sternen. Sicherheit geniesst damit wieder Vorrang vor dem oft übertriebenen Design-Minimalismus der Tech-Giganten.
Warum Blindflug zur Gefahr wird
Statistiken zeigen deutlich, dass die Bedienung von Touchscreens die Blickabwendung massiv erhöht. Wer sekundenlang auf einen Bildschirm starrt, fährt im Blindflug durch den dichten Verkehr.
In der Schweiz ist Unaufmerksamkeit eine der Hauptursachen für schwere Kollisionen auf Autobahnen. Physische Tasten ermöglichen dem Fahrer hingegen eine blinde Bedienung durch den Tastsinn.

Das Gehirn verarbeitet haptische Reize wesentlich schneller als rein visuelle Informationen auf Displays. Euro NCAP reagiert mit diesen Vorgaben direkt auf die wachsende Kritik von Verkehrsexperten.
Die Autobauer unter Zugzwang
Viele Hersteller wie Tesla oder VW müssen ihre Cockpit-Konzepte nun grundlegend überdenken. Bisher sparten die Unternehmen durch den Wegfall mechanischer Bauteile enorme Produktionskosten ein.
Dieser Trend kehrt sich nun um, da die Fünf-Sterne-Bewertung ein zentrales Verkaufsargument bleibt. Schweizer Neuwagenkäufer legen traditionell grossen Wert auf höchste Sicherheitsstandards bei ihren Fahrzeugen.

Erste Marken kündigten bereits an, klassische Drehregler und Tasten wieder verstärkt einzusetzen. Die Ära der komplett schalterlosen Innenräume scheint damit vorerst ein Ende zu finden.
Fokus auf den Fahrerzustand
Neben den haptischen Tasten bringt das Jahr 2026 weitere Verschärfungen der Prüfprotokolle mit sich. Euro NCAP legt künftig auch einen Fokus auf fortschrittliche Fahrerüberwachungssysteme im Innenraum.
Kameras müssen erkennen, ob der Lenker durch Müdigkeit oder Drogenkonsum beeinträchtigt ist. Die neuen Testszenarien werten zudem den Schutz von Fussgängern und Velofahrern massiv auf.
Die Organisation möchte so den realen Unfallhergang auf europäischen Strassen besser abbilden. Jedes Detail zählt am Ende für die Gesamtbewertung und das Vertrauen der Konsumenten.





