Frost in der Schweiz: TCS im Rekordeinsatz

Die klirrende Januarkälte zwingt tausende Fahrzeuge in die Knie. Erfahren Sie jetzt, wie Sie Ihr Auto sicher durch den frostigen Schweizer Winter bringen.

Der Schweizer Winter zeigt sich in der ersten Januarhälfte 2026 von seiner besonders unerbittlichen Seite. Klirrende Temperaturen von unter minus zehn Grad verwandeln heimische Parkplätze in eisige Zonen des Stillstands.
Viele Pendler erleben momentan morgens eine unschöne Überraschung beim ersten Dreh des Zündschlüssels oder dem Druck auf den Startknopf. Die chemischen Prozesse innerhalb der Fahrzeugbatterie verlangsamen sich bei diesem extremen Frost drastisch.

Dadurch sinkt die verfügbare Kapazität des Stromspeichers genau dann, wenn der kalte Motor die meiste Energie für den Startvorgang benötigt. Ein fundiertes technisches Verständnis dieser physikalischen Zusammenhänge schützt Autofahrer effektiv vor frustrierenden Pannen im anspruchsvollen Winteralltag.
Rekordbelastung für die TCS-Patrouille
Am 5. Januar erreichte die Belastung für die erfahrenen Pannenhelfer des TCS einen beeindruckenden historischen Höchststand. Der Mobilitätsclub zählte allein an diesem Montag landesweit über 2'200 dringende Einsätze für die gelbe Patrouille.
Die bittere Kälte überforderte die Technik zahlreicher Fahrzeuge von Genf bis St. Gallen innerhalb kürzester Zeit. In fast 60 Prozent der offiziell gemeldeten Fälle versagte die Starterbatterie aufgrund der tiefen Temperaturen komplett.
Diese massiven Einsatzzahlen überstiegen das gewöhnliche Tagesvolumen des grössten Schweizer Verkehrsclubs um mehr als das Doppelte. Die unermüdlichen Patrouilleure arbeiteten deshalb im Dauereinsatz gegen den drohenden flächendeckenden Stillstand auf den verschneiten Strassen.
Die unterschätzte Rolle der 12-Volt-Batterie
Moderne Elektroautos und klassische Verbrenner teilen sich trotz unterschiedlicher Antriebskonzepte ein ganz entscheidendes technisches Problem. Beide Fahrzeugkategorien verlassen sich zwingend auf eine herkömmliche 12-Volt-Starterbatterie für die Aktivierung der Bordelektronik und der internen Systeme.
Bei starken Minusgraden erhöht sich der interne Widerstand innerhalb der empfindlichen Blei- oder Lithium-Zellen massiv. Das Bordnetz liefert unter diesen Bedingungen oft nicht mehr die nötige Mindestspannung für die sensiblen elektronischen Steuergeräte.
Elektrofahrzeuge leiden im Winter zusätzlich unter einem deutlich erhöhten Energiebedarf für die elektrische Beheizung des Innenraums. Eine bereits geschwächte Batterie quittiert den Dienst daher meistens völlig unvermittelt und ohne jede spürbare Vorwarnung.
Praxistipps gegen den Kältetod der Batterie
Ein fachmännischer Check der aktuellen Batteriespannung in einer Garage verhindert böse Überraschungen am frostigen Morgen. Experten des TCS empfehlen den vorsorglichen Austausch des fahrzeugeigenen Stromspeichers bereits nach einer Lebensdauer von etwa fünf Jahren.
Besitzer von modernen Elektroautos sollten ihr Fahrzeug idealerweise direkt während des Ladevorgangs an der Wallbox aktiv vorheizen. Diese kluge Massnahme schont den grossen Antriebsakku und erhöht die verfügbare Reichweite bei Kälte ganz spürbar.
Schalten Sie zudem grosse Stromfresser wie die Heckscheibenheizung erst nach dem erfolgreichen Motorstart gezielt ein. Häufige kurze Fahrten belasten die Batterie zusätzlich, da die Lichtmaschine dabei kaum genügend Zeit für eine vollständige Aufladung findet.





