Milliarden-Flop: Autos am Markt vorbei gebaut

Die weltweite Automobilindustrie baut seit Jahren systematisch an der Nachfrage der Autofahrer vorbei. Der Neuwagenmarkt steuert somit in eine Sackgasse.

Im vergangenen Jahr rollten weltweit mehr als 92 Millionen Neufahrzeuge aus den Werkshallen. Gleichzeitig stehen auf riesigen Zwischenlagern und Hafenbecken unzählige unverkäufliche Neuwagen nutzlos herum.
Dieser beispiellose Produktionswahnsinn verschlingt gewaltige Mengen an Primärenergie, Aluminium und seltenen Rohstoffen. Am Ende begleichen auch Schweizer Konsumenten die astronomischen Kosten dieser verfehlten industriellen Mengenpolitik.
Plattform-Strategien und künstlich verteuerte Technik
Unter dem äusseren Blechkleid moderner Autos steckt heute fast ausnahmslos dieselbe Baukastentechnik. Grosse Automobilkonzerne nutzen identische Plattformen für Dutzende Modelle unterschiedlichster Marken.
Trotz sinkender variabler Entwicklungskosten klettern die durchschnittlichen Neuwagenpreise in der Schweiz unaufhörlich weiter. Für einen gewöhnlichen kompakten Neuwagen zahlen Kundinnen und Kunden heute rasch über 45'000 Franken.

Im direkten Marktvergleich bieten teurere Ausstattungsvarianten kaum noch messbaren fahrphysikalischen Mehrwert. Käufer bezahlen horrende Aufpreise für austauschbare Softwaremenüs und rein optische Retuschen.
Überkapazitäten treffen auf schrumpfende Hersteller-Margen
Trotz saftiger Preisschilder im Showroom geraten die Bilanzen der Hersteller massiv ins Wanken. Wichtige europäische Zuliefererbetriebe erwirtschafteten zuletzt nur noch operative Gewinnmargen von mageren 3.6 Prozent.
Allein europäische Fahrzeugwerke verzeichnen strukturelle Überkapazitäten von mehr als 5 Millionen Einheiten pro Jahr. Um diese gigantischen Bandstrassen auszulasten, werfen die Konzerne verzweifelt Rabatte auf den Markt.

Gleichzeitig drängen neue chinesische Elektroauto-Produzenten mit aggressivem Preiskampf nach Europa. Dieser ruinöse Wettbewerb pulverisiert die letzten finanziellen Reserven der etablierten Traditionskonzerne.
Der gewaltige ökologische Rucksack der Fertigung
Der Bau eines einzelnen Mittelklassewagens verschlingt im Schnitt zwei Tonnen wertvoller Primärrohstoffe. Schon vor der ersten realen Fahrt verursacht die energieintensive Batterieproduktion für E-Autos bis zu zehn Tonnen CO2.

Die weltweite Überproduktion heizt diesen globalen Ressourcenverschleiss völlig sinnlos weiter an. Tausende unverkaufte Haldenfahrzeuge binden riesige Mengen an Kobalt, Lithium und Kupfer ohne gesellschaftlichen Nutzen.
Die Autoindustrie erzeugt damit gravierende Umweltschäden, lange bevor ein Motor überhaupt startet. Diese unökologische Vergeudung von Ressourcen lässt sich durch keinen noch so sparsamen Verbrauch rechtfertigen.
Kluge Strategien für Schweizer Autokäufer
Schweizer Autofahrer sollten sich von glänzenden Werbeversprechen und künstlich verknappten Modellen nicht blenden lassen. Der Markt bietet aufgrund der immensen Überproduktion hervorragende Hebel für gezielte Preisverhandlungen.
Prüfen Sie vor dem Kauf immer junge Occasionen oder clevere Tageszulassungen mit hohen Abschlägen. Diese Fahrzeuge bieten exakt dieselbe Baukastentechnik zu einem Bruchteil des überrissenen Listenpreises.
Eine verlängerte Haltedauer des bestehenden Autos schont Ihr Erspartes und entlastet das Klima messbar. Verweigern Sie den Kauf teurer Plattform-Klone und setzen Sie auf echte Langlebigkeit statt Scheininnovationen.





