Zauberhafte Schweiz: Die alte Gotthardstrasse

Maia Schmied
Maia Schmied

Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst: Die Tremola! Überwinden Sie das Val Tremola auf Tausenden Granitsteinen. Ein Schweizer Kulturgut für die Ewigkeit.

Pflastersteine Tremola
Trotz der Pflastersteine ist die Tremola bei Radfahrern und Motorradfahrern eine beliebte Herausforderung. - Olgierd Rudak

Viele Reisende nutzen heute den Gotthard-Basistunnel. Sie sparen Zeit auf dem Weg in den Süden.

Oben auf dem Pass wartet jedoch ein echtes Abenteuer. Die alte Gotthardstrasse, die Tremola, bietet ein Kontrastprogramm zur Röhre.

Sie ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst aus dem 19. Jahrhundert. Wer hier fährt, spürt die Geschichte direkt unter den Rädern.

Ein Bauwerk für die Ewigkeit

Die Strasse verbindet Airolo mit der Passhöhe. Der Tessiner Ingenieur Francesco Meschini plante die kühne Route.

Teufelsbrücke
Die alte und die neue Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht. - Roland Zumbuehl

Der Bau dauerte von 1827 bis 1832. Die Strecke war ursprünglich für die Postkutschen ausgelegt.

Sie überwindet in 24 markanten Kehren das steile Gelände des Val Tremola. Die Tremola ist heute Teil des Bundesinventars der historischen Verkehrswege (IVS).

Das grosse Zittern auf Granit

Ihren Namen «Tremola» (das Zittern) trägt die Strasse zu Recht. Die Fahrt ist bis heute ein holpriges Vergnügen.

Teufelsbrücke Gotthardpass
Die erste Steinbrücke wurde während der Napoleonischen Kriege (1799) schwer beschädigt. - Carl Blechen

Das liegt am besonderen Belag. Tausende Granit- und Gneissteine bilden die Fahrbahn.

Die kurze Ära der Postkutsche

Die Strasse wurde 1830 für Kutschen befahrbar gemacht. Doch die Ära der Pferdeposten dauerte nur kurz.

Postkutschenfahrt
Die historische Postkutschenfahrt dauerte von Flüelen bis Camerlata in Italien 23 Stunden. - Adrian Michael

Bereits 1882 eröffnete der Gotthard-Eisenbahntunnel. Der Pass verlor sofort an Bedeutung für den Transit.

Der Dienst war zudem gefährlich. Im Winter 1874 erfasste eine Lawine im Val Tremola zehn Schlitten. Ein Kondukteur kam dabei ums Leben.

Ein Schweizer Kulturgut

Die Gotthardpost wurde dennoch zum nationalen Symbol. Der Zürcher Maler Rudolf Koller verewigte sie 1873.

Tremola
Die Strasse ist berühmt für ihre 24 atemberaubenden Kehren in kurzer Distanz. - Wikipedia

Sein berühmtes Gemälde «Die Gotthardpost» hängt heute im Kunsthaus Zürich. Es zeigt einen Fünfspänner in voller Fahrt.

Ironischerweise war der Widmungsträger des Bildes Alfred Escher. Dieser trieb gleichzeitig den Bau der Gotthardbahn voran, die das Ende der Kutschen besiegelte.

Vom Transitweg zum Denkmal

Die heutige Tremola erhielt ihr Aussehen erst spät. Das markante Kopfsteinpflaster wurde zwischen 1937 und 1941 verlegt. Rund 90 Prozent dieser Steine sind heute noch original erhalten.

Tremola Kopfsteinpflaster
Das Kopfsteinpflaster der Tremola wurde zwischen 1937 und 1941 aus Granit und Gneis verlegt, um den alten Naturbelag zu ersetzen. - Paebi

Zuvor war der Belag eine Schotterpiste. Ihren rein touristischen Charakter erhielt sie endgültig 1977.

Damals eröffnete die neue, moderne Kantonsstrasse. Diese umfährt das Val Tremola mit Brücken und Galerien und ist asphaltiert.

Tipps für die Befahrung

Die Tremola ist eine touristische Attraktion und kein schneller Passübergang. Sie öffnet meist erst im Juni, wenn der Schnee geschmolzen ist.

Der alte Gotthardpass.

Die Wintersperre erfolgt oft schon im Oktober. Informieren Sie sich vor der Abfahrt über den Strassenzustand.

Velofahrer schätzen die Route, müssen aber den holprigen Belag meistern. Autofahrer sollten das Rütteln nicht unterschätzen und die Geschwindigkeit anpassen.

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Kommentare

User #1198 (nicht angemeldet)

Bundesrat übernimmt EU-Regel fürs Töff-Fahren – ein fataler Entscheid Schon mit 16 statt mit 18 Jahren darf man hierzulande Motorrad fahren. Die Folge sind mehr schwere Unfälle. Warum nicht die Europäische Union, sondern die EU-Hörigkeit unserer Politik schuld daran ist. Es war eine traurige Statistik, die diese Woche nur wenig Beachtung fand. Die Zahl der Verkehrstoten ist in den letzten fünf Jahren um 34 Prozent gestiegen. Ein Grund: Seit 2021 dürfen Jugendliche bereits mit 16 Jahren Töff fahren. Früher war das erst ab 18 erlaubt. Warum? Die Schweiz hat ihr Gesetz ans EU-Recht angepasst, die neue Altersgrenze «autonom nachvollzogen». Ist also Brüssel schuld daran, dass Teenager bei Töffunfällen sterben? Nein, diese Erklärung wäre billig. Versagt hat der Bundesrat, der die EU-Regel blind und aus vorauseilendem Gehorsam übernahm. Er verhielt sich Brüssel-höriger als die EU-Staaten Dänemark und Holland. Diese beliessen es bei den 18 Jahren.

User #4639 (nicht angemeldet)

Da muss ein Bergrennen für Oldtimer organisiert werden, Mopeds und Autos bis Jahrgang 74.

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