Hitzefalle im Sommer: E-Auto-Debakel beim Laden

Maia Schmied
Maia Schmied

Extreme Sommerhitze bremst Elektroautos beim Schnellladen aus. Warum die Ladeleistung sinkt und wie Sie Wartezeiten im Urlaub effektiv vermeiden.

Ladesäule Tesla
Vorkonditionierung: Intelligente Navigationssysteme kühlen den Akku bereits während der Fahrt zur Ladesäule auf die optimale Ladetemperatur herunter. (Symbolbild) - Tesla

Hochsommerliche Temparaturen sorgen für deutliche Verzögerungen beim Schnellladen von elektrifizierten Autos. Statt der zugesagten Spitzenleistung fliesst der Gleichstrom bei hohen Temperaturen nur noch gedrosselt.

Das Fenster für die optimale Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Akkus liegt nämlich exakt zwischen 20 und 40 Grad Celsius. Sobald die Zelltemperatur über 45 Grad steigt, greift das Steuergerät ein.

Das System reduziert die Ladeleistung automatisch, um die empfindliche Batterie vor Überhitzung zu schützen.

Technik-Vergleich: Luftkühlung versus aktives Thermomanagement

Ältere Fahrzeugmodelle mit passiver Luftkühlung geraten an heissen Sommertagen rasch an ihre Leistungsgrenzen. Nach mehreren Schnellladevorgängen bricht die Ladeleistung bei diesen Systemen um bis zu 50 Prozent ein.

Tesla an Ladestation
Beschleunigte Alterung: Die Kombination aus hohen Aussentemperaturen und hoher Ladespannung belastet die Zellchemie besonders stark. (Symbolbild) - Pexels

Moderne Elektrofahrzeuge nutzen dagegen ein ausgeklügeltes flüssigkeitsbasiertes Thermomanagement. Diese aktiven Systeme pumpen Kühlmittel durch spezielle Platten im Batteriepack und halten die Zellen im idealen Temperaturbereich.

Dadurch erreichen moderne Stromer selbst bei 35 Grad Aussentemperatur noch hohe Ladegeschwindigkeiten. Zwar benötigt die aktive Kühlung zusätzliche Energie, jedoch bezieht das Fahrzeug diesen Strom direkt aus der Ladesäule.

Messbare Einbussen: Wie stark sinkt die Ladeleistung in der Praxis?

Bei extremer Hitze ab 35 Grad drosselt die Steuerung den Ladestrom oft um 20 bis 40 Prozent. Ein Akku mit maximal 150 Kilowatt Ladeleistung lädt unter solchen Bedingungen stellenweise nur mit 90 Kilowatt.

Messungen des ADAC bestätigen diesen temporären Abfall als wichtige Schutzmassnahme gegen vorzeitige Batteriealterung. Überschreitet die Temperatur im Inneren der Batterie die Grenze von 50 Grad, drohen irreversible Schäden an den Zellen.

Was macht Hitze mit dem E-Auto-Akku?

Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent verlängert sich im Extremfall um 15 bis 25 Minuten. Sie spüren diese Verzögerung auf langen Sommerreisen in den Süden besonders deutlich.

Die richtige Ladestrategie für heisse Sommertage

Sie können diesem hitzebedingten Effekt mit ein paar einfachen Massnahmen wirkungsvoll vorbeugen. Parkieren Sie Ihr Fahrzeug vor dem Schnellladen idealerweise an schattigen Orten oder in einer kühlen Tiefgarage.

Verlegen Sie längere Ladestopps nach Möglichkeit in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Vermeiden Sie zudem das vollständige Aufladen auf 100 Prozent bei starker Sonneneinstrahlung.

Ein Ladefenster zwischen 20 und 80 Prozent schont die Zellchemie und verkürzt die Standzeit deutlich. Mit dieser Strategie reisen Sie auch während einer Hitzewelle entspannt und batterieschonend ans Ziel.

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Kommentare

User #2029 (nicht angemeldet)

...90% für's Heizen bezw. Kühlen, darum bleiben kleine Rechweiten...!

User #5596 (nicht angemeldet)

Das heisst also bei normalen Sommertemperaturen wie jetzt, sind EFahrzeuge genau so wenig wert wie im Winter. Also nur Frühling und Herbst. Wow dann bleibe ich beim Verbrenner. Der läuft immer

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