Wertanlage: Das Ende des Garagengolds?

    Daniel Huber
    Daniel Huber

    Schweizer Autosammler aufgepasst: Hohe Nebenkosten und sinkende Nachfrage zehren am Ertrag seltener Sportwagen. Lohnt sich der Einstieg noch?

    Porsche 911
    Oldtimer wie ein alter Porsche 911 galten lange als sichere Wertanlage. Doch das trifft nicht mehr uneingeschränkt zu. - Depositphotos

    Die goldenen Zeiten müheloser Garagengewinne sind vorbei. Pauschale Wertzuwächse bei automobilen Massenklassikern gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

    Wer heute sechsstellige Summen in Blech investiert, riskiert empfindliche Buchverluste durch unterschätzte Standkosten. Gleichzeitig verändern technologischer Wandel und strengere Regulierungen die Spielregeln für Sammler und Investoren grundlegend.

    Internationale Auktionshäuser und Schweizer Spezialisten registrieren eine spürbare Abkühlung im Spekulationssegment über 500'000 Franken. Dennoch eröffnen selektive Marktkorrekturen solventen Kennern hochspannende Einstiegschancen.

    Selektive Nachfrage statt blinder Markenmythos

    Wohlhabende Sammler kaufen nicht mehr blind jedes prestigeträchtige Wappen für ihre Kollektion. Frühere Preistreiber wie luftgekühlte Porsche 911 büssen im Schnitt bis zu 15 Prozent ein.

    Porsche 911 GT3
    Die erste Generation (997.1) feierte 2006 ihr Debüt mit einem hochdrehenden 3.6-Liter-Mezger-Saugmotor und 415 PS. - Calreyn88

    Gefragt sind stattdessen penibel dokumentierte Exemplare mit geringer Stückzahl und makelloser Historie. Kandidaten wie ein Porsche 997 GT3 RS markieren die begehrte Ausnahme stabiler Wertbeständigkeit.

    Die helvetische Kostenfalle zehrt an den Renditen

    Jede realistische Renditerechnung muss die spezifischen Schweizer Haltekosten zwingend einkalkulieren. Ein klimatisierter Einstellplatz in städtischen Lagen wie Basel oder Zürich kostet monatlich mindestens 350 Franken.

    Hinzu kommen kantonale Motorfahrzeugsteuern sowie die spürbar gestiegenen Stundensätze spezialisierter Werkstätten. Ein moderner Sportwagen wie der Ferrari 430 Scuderia verbrennt so jährlich problemlos vier Prozent seines Marktwerts im Stand.

    Ferrari F430
    Ferrari F430: Erstes Serienfahrzeug von Ferrari mit dem berühmten Manettino-Drehschalter am Lenkrad zur Fahrprogrammwahl. - Rudolf Stricker

    Erst ab einem Fahrzeugalter von 30 Jahren entlastet der Veteraneneintrag nach Code 180 Sammler durch sechsjährige MFK-Intervalle und kantonale Steuervorteile. Ohne diesen administrativen Schutzschild frisst der laufende Unterhalt bei jüngeren Sammlerfahrzeugen jeden nominalen Wertzuwachs rasch auf.

    Analoge Fahrmaschinen bleiben gefragt

    Langfristige Werthaltigkeit verlangt heute echte fahrphysikalische Faszination statt blosser Standmodelle im Showroom. Analoge Hochdrehzahl-Sportwagen mit Handschaltung erweisen sich als bemerkenswert immun gegen den allgemeinen Markttrend.

    BMW M3 E46
    BMW M3 E46: Angetrieben vom legendären 3.2-Liter-Reihensechszylinder (S54), der frei saugend 343 PS bei 7'900 U/min leistet. - Alexandre Prévot

    Der Markt für automobile Sachwerte steht zugleich vor einer tiefgreifenden technischen und politischen Neuausrichtung. Nicht zuletzt drohende Zufahrtsbeschränkungen in europäischen Ballungsräumen dämpfen die Begeisterung für herkömmliche Verbrennungsmotoren zusehends.

    Sammler sportlicher Oldtimer blicken angesichts dieser Lage mit gemischten Gefühlen in die Zukunft.

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    Kommentare

    User #5059 (nicht angemeldet)

    Im Bericht wird vom Porsche 997.1 gesprochen aber ein Bild vom 996 dazu gezeigt. Nicht ganz passend.

    User #3568 (nicht angemeldet)

    Wertanlage mit Porsche und BMW wohl eher nicht!

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