Covini C6W: Supersportler auf sechs Rädern

Radikaler Pioniergeist: Mit dem sechsrädrigen C6W sprengte der italienische Konstrukteur Ferruccio Covini die Grenzen des klassischen Sportwagenbaus.

Der italienische Konstrukteur Ferruccio Covini präsentierte mit dem spektakulären Modell C6W ein absolut einzigartiges Fahrzeug in der Geschichte des modernen Automobilbaus. Das auffälligste Merkmal dieses exklusiven Sportwagens besteht zweifellos in seiner ungewöhnlichen Konstruktion mit vier gelenkten Vorderrädern und zwei traditionell angetriebenen Hinterrädern.
Als Inspiration diente dem italienischen Entwicklerteam der berühmte Rennwagen Tyrrell P34 aus den späten siebziger Jahren. Schon in den 80ern entstand die erste Idee, doch erst moderne Reifentechnologien ermöglichten schliesslich die tatsächliche Umsetzung des ambitionierten Projekts.

Auf dem Genfer Automobilsalon im Jahr 2004 feierte der Prototyp schliesslich seine sensationelle Premiere. Das extravagante Design zog sofort alle Blicke auf sich und hinterliess bei Automobiljournalisten sowie Motorsportbegeisterten rund um den Globus bleibenden Eindruck.
Die physikalischen Vorzüge von vier Vorderrädern
Die Verdoppelung der Vorderräder war keineswegs ein reiner Marketingtrick, sondern basierte auf fundierten physikalischen Überlegungen zur deutlichen Steigerung der Fahrsicherheit. Durch die vergrösserte Reifenaufstandsfläche an der Lenkachse bietet das Fahrzeug erheblich mehr Grip in schnellen Kurven sowie eine spürbar präzisere Richtungsstabilität.
Vier vordere Scheibenbremsen verteilen die kinetische Bremsenergie deutlich effizienter und verkürzen somit den Bremsweg signifikant. Zusätzlich verringern die schmaleren Reifenpaare das Risiko von Aquaplaning bei starkem Regen, da das vordere Rad dem hinteren die Spur entwässert.
Sollte ein Vorderreifen bei hohem Tempo plötzlich platzen, bleibt der Wagen dank des verbleibenden Reifens auf derselben Seite vollkommen kontrollierbar und lenkfähig. Auch Unebenheiten der Fahrbahn können durch die versetzten Achsen wesentlich sanfter abgefedert werden.
Gewaltige Achtzylinder-Power im leichten Chassis
Unter der massgeschneiderten Karosserie arbeitet ein kraftvoller Achtzylindermotor von Audi mit über vier Litern Hubraum, der für vehementen Vortrieb sorgt. Das Aggregat leistet rund 440 PS (späte sogar bis zu 500 PS) und überträgt seine beachtliche Kraft über ein manuelles Sechsganggetriebe an die beiden breiten Hinterräder.

Damit beschleunigt der Sportwagen in unter vier Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von etwa 300 km/h. Das Chassis besteht aus einem leichten Gitterrohrrahmen, der durch hochfeste Komponenten aus Kohlenstofffaser wirkungsvoll verstärkt ist.
Die Karosserie aus Kohlefaserwerkstoff reduziert das Gesamtgewicht des italienischen Sportwagens auf rund elfhundertfünfzig Kilogramm. Ein durchdachtes aerodynamisches Gesamtkonzept garantiert zudem stabilen Anpressdruck, sodass die beiden vorderen Achsen auch bei hohem Tempo absolut zuverlässig arbeiten können.





