SUV-Hasser irren: Früher war alles viel fetter

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Es ist der absolute Albtraum für jedes Schweizer Parkhaus. Dieses monströse Auto sprengt schlichtweg alle gängigen Dimensionen.

    Chrysler Crown Imperial
    Chrysler Crown Imperial: Der enorme Radstand von fast 3.70 Metern sorgt für einen extrem ruhigen Geradeauslauf – und den Wendekreis eines Ozeandampfers. - AlfvanBeem

    Wer behauptet, dass moderne SUVs alle automobien Grössenordnungen sprengen, irrt sich gewaltig. Vor über siebzig Jahren bauten Konstrukteure die wahren Platzmonster.

    Im Jahr 1954 schockierte ein amerikanischer Luxusschlitten die weltweiten Verkehrsplaner. Der Chrysler Crown Imperial trat damals als absoluter Herrscher der Strasse auf.

    Mit einer schieren Breite von 2’106 Millimetern ohne Aussenspiegel stellt er jeden modernen SUV in den Schatten.

    Ein amerikanischer Strassenkreuzer der Superlative

    Unter der Haube des Chrysler Crown Imperial von 1954 arbeitete ein mächtiger V8-Motor mit rund 235 PS. Diese Leistung war auch nötig, um das schwere Luxusschiff überhaupt in Bewegung zu setzen.

    Chrysler Crown imperial
    Lounge auf Rädern: Dank der gigantischen Ausmasse war der Fond so geräumig, dass die Passagiere dort fast schon wohnen konnten. - alfone45

    Die imposante Karosserie bot im luxuriösen Innenraum Platz für bis zu acht Passagiere. Die Fahrgäste thronten auf edlen Polstern, während der Wagen sanft über die endlosen Highways glitt.

    Wenig überraschend war dieses Modell jedoch alles andere als wendig. Mit über sechs Metern Länge glich das Manövrieren eher dem Steuern einer herrschaftlichen Yacht.

    Der Albtraum für Schweizer Parkhäuser

    Für die engen Gassen historischer Schweizer Altstädte ist dieser amerikanische Gigant absolut unbrauchbar. Bereits moderne SUVs bringen unsere Infrastruktur mit ihren Abmessungen regelmässig an die Belastungsgrenze.

    Viele Schweizer Parkfelder basieren nach wie vor auf einer Breite von nur 2.30 Metern. Mit dem Crown Imperial bleibt beim Parkieren absolut kein Platz mehr zum Öffnen der Türen.

    Chrysler Crown Imperial
    Frühe High-Tech-Bremse: Um die massiven 2.4 Tonnen sicher zu stoppen, war der Wagen mit innovativen, selbstnachstellenden Scheibenbremsen von Ausco-Lambert ausgerüstet. - AlfvanBeem

    Auch in engen Autobahnbaustellen stösst das historische Schlachtschiff schnell an unüberwindbare Grenzen.

    Technische Schwächen auf dem Prüfstand

    Bei aller Faszination für die schieren Ausmasse verdient die Technik des Oldtimers eine kritische Betrachtung. Die Ingenieure stimmten das Fahrwerk extrem weich ab und verursachten damit eine bedrohliche Seitenneigung in Kurven.

    Zudem erweisen sich die damaligen Trommelbremsen als völlig unterdimensioniert für ein Fahrzeuggewicht von über 2.4 Tonnen. Bei Passabfahrten in den Schweizer Alpen würde diese Konstruktion wohl rasch kollabieren.

    1959 Imperial Crown Southampton: Einfach riesig.

    Auch die Lenkung bietet keinerlei präzise Rückmeldung und erfordert vom Fahrer ständige Korrekturen. Hinzu kommt der gigantische Treibstoffverbrauch des amerikanischen V8-Saugmotors, der in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellbar ist.

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    Kommentare

    User #1527 (nicht angemeldet)

    Ausgestorben wie die Dinosaurier….

    User #5881 (nicht angemeldet)

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