Abenteuer Nordkap: Vom Gotthard ans Ende der Welt

Das Nordkap ruft, doch ist Ihr Auto bereit für die Herausforderung? Mehr als 3500 Kilometer bis in die arktische Freiheit …

Ein Roadtrip ans Nordkap ist keine Kaffeefahrt, sondern eine technische Materialschlacht. Wer gewöhnliche Schweizer Distanzen gewohnt ist, unterschätzt die schiere Distanz von über 3500 Kilometern nur allzu leicht.

Auf der Reise waren extreme Temperaturstürze und zahlreiche Unwägbarkeiten. Die Infrastruktur in Lappland ist dünn, die Wildwechselgefahr durch Rentiere ist jederzeit real.

Wer hier ohne präzisen Serviceplan startet, bleibt im norwegischen Nirgendwo liegen. Und ein technischer Defekt kann hier zur lebensgefährlichen Situation werden.
Die Routenplanung
Die schnellste Route führt Sie von der Schweiz durch Deutschland und Dänemark nach Skandinavien. Nutzen Sie die Fähren von Deutschland nach Dänemark, um Zeit zu gewinnen und Kilometer zu sparen.

In Schweden und Norwegen warten endlose Wälder und gut ausgebaute, aber einsame Strassen auf Sie. Unser Tipp: Planen Sie mindestens zwei Wochen ein, damit Sie nicht nur am Steuer sitzen.
Die Europastrasse E6 in Norwegen ist zwar landschaftlich brillant, verlangt aber hohe Konzentration. Achten Sie unbedingt auf die oft niedrigen Tempolimits, die streng überwacht werden.
Das optimale Fahrzeug
Für diese Strecke ist ein Allradantrieb fast obligatorisch, besonders bei wechselhaftem Wetter. Ein moderner Diesel bietet die nötige Reichweite und Drehmoment, während Elektroautos in Lappland in jedem Fall eine sehr präzise Ladeplanung erfordern.

Das gilt insbesondere, da die Reichweite von Stromern bei Kälte oft um 30 Prozent einbricht. Als Benchmark für Reisefahrzeuge dient der Skoda Octavia Combi oder der Volvo V90, die Komfort mit Ladevolumen kombinieren.

Auf tiefergelegte Sportwagen sollte selbsterklärend verzichhtet werden, da die Schlaglöcher und Schotterpisten dem Fahrwerk schaden. Ein Check-up der Bremsen und Reifen in Schweizer Werkstätten ist vor Abreise Pflicht.
Sicherheit und Gefahren
Das grösste Risiko sind nicht die Strassen, sondern die unberechenbare Tierwelt. Rentiere laufen oft in Gruppen über die Fahrbahn und haben keinerlei Respekt vor Blechschäden.
Wetterumschwünge können selbst im Sommer für Schneefall in den Höhenlagen sorgen. Sie müssen für alle Wetterlagen ausgerüstet sein, inklusive warmer Kleidung und Notfallproviant.

Die Abhängigkeit von Navigationssystemen kann fatal sein, wenn der Empfang in der Wildnis abbricht. Führen Sie immer eine physische Strassenkarte und ein Satellitentelefon für den Notfall mit.
Die Schönheit des Nordens
Die Belohnung für die Strapazen ist die unberührte Weite der skandinavischen Natur. Die Mitternachtssonne lässt die Tage zu einem schier endlosen Erlebnis verschmelzen.

Die Lofoten-Inseln und die schroffen Fjorde Norwegens bieten Fotomotive, die jedes Reisebüro-Bild übertreffen. Zudem bietet der Norden eine Ruhe, die man in unserer vielerorts hektischen Schweiz vergeblich sucht.
Jeder Kilometer nördlich des Polarkreises fühlt sich an wie ein Schritt in eine andere Welt. Die Stille am Nordkap-Plateau entschädigt für jeden anstrengenden Reisetag.





