Ist die Angst vor brennenden E-Autos nur ein Mythos?

Daniel Huber
Daniel Huber

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Elektroautos werfen Fragen zur Sicherheit auf. Doch sind sie wirklich brandgefährdeter als herkömmliche Fahrzeuge?

brennendes Auto
Brennende Elektroautos sind eine besondere Herausforderungen für die Einsatzkräfte. - Pexels

Sie sind leise, sauber und effizient. Aber kennen Sie auch die Gerüchte, dass Elektroautos öfter in Flammen aufgehen als ihre benzinbetriebenen Pendants?

Handelt es sich hier um einen Mythos? Wir gehen der Frage auf den Grund.

Eine brennende E-Auto-Batterie kann ernsthafte Folgen verursachen. Denn dieser Brand gilt als besonders schwer zu löschen und kann sogar nach Tagen wieder aufflammen.

Batteriebrände durch Defekte und Unfälle

Betrachten wir aber die Elektroautos als Fahrzeuggruppe, haben diese keine leicht entzündlichen Materialien, wie Benzin oder Diesel an Bord. Das ist sicher auch ein Grund, dass Brände an Elektroautos äusserst selten sind.

Brände entstehen meist als Folge eines Defektes oder eines Unfalls. Tatsächlich liegt aber noch kein protokollierter Crashtest vor, bei dem es jemals zu einem Brand gekommen sei.

Brände an Elektroautos betonen die Bedeutung fortlaufender Sicherheitsforschung und Schulung von Einsatzkräften zur Verbesserung der Sicherheitsstandards.
Brände an Elektroautos betonen die Bedeutung fortlaufender Sicherheitsforschung und Schulung von Einsatzkräften zur Verbesserung der Sicherheitsstandards. - Pexels

Elektroautos durchlaufen umfangreiche Entwicklungsprozesse und sind strengen gesetzlichen Vorschriften unterworfen. Im Vergleich dazu sind Brände bei Elektro-Rollern, die oft über keine offiziellen Zertifikate verfügen, viel häufiger.

Geringe Wahrscheinlichkeit

Laut der schwedischen Zivilschutzbehörde (MSB) gab es im Jahr 2022 nur 23 Brände, bei insgesamt 611'000 E-Autos. Das sind gerade einmal 0,004 Prozent pro Jahr.

Damit ist die Wahrscheinlichkeit eines Brandes bei einem Elektroauto zwanzigmal geringer als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Hier wurden im gleichen Zeitraum in einer Flotte von 4,4 Millionen Autos ganze 3.400 Brände verzeichnet, also rund 0,08 Prozent.

Hätten Sie das gedacht? Die Brände eines Elektrofahrzeugs verlaufen zwar komplizierter, aber auch in dieser Richtung werden Fortschritte gemacht.

Forschung zum Umgang mit EV-Bränden

Das australische Verteidigungsministerium finanzierte z.B. das Projekt EV-FireSafe. Dabei handelt es sich um ein privates Unternehmen, das Hochvolt-Batteriebrände und Notfallmassnahmen bei Elektrofahrzeugen erforscht.

EV-FireSafe setzt die Bedeutung von Schulungen der Rettungskräfte im Umgang mit EV-Bränden in den Fokus. Dieser Forschungsbeitrag soll die Sicherheit im Umgang mit Elektrofahrzeugen erheblich verbessern und könnte extrem schwierige Verläufe bei EV-Bränden eindämmen.

Die Einsatzkräfte müssen sich auf die Besonderheiten bei Batteriebränden einstellen.
Die Einsatzkräfte müssen sich auf die Besonderheiten bei Batteriebränden einstellen. - Pexels

Weltweit, so ermittelte EV-FireSafe, seien weniger als 500 Bränden von EV-Batterien registriert. Damit ist einen Brand fast achtzigmal seltener als bei Autos mit Verbrennungsmotor!

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