Jaguar

    Jaguar kauft in den USA Tausende I-Pace zurück

    Marvin Kahlenberg
    Marvin Kahlenberg

    Keine Modelle mehr im Verkauf, Ärger um die zukünftige Ausrichtung und nun auch noch das: Tausende bereits ausgelieferte Modelle gehen zum Hersteller zurück.

    Jaguar I-Pace
    Unfreiwilliger Brandstifter? Wegen anhaltenden Sicherheitsproblemen rund um die verbauten Hochvoltbatterien wird der Jaguar I-Pace in den USA zurückgekauft. - Depositphotos

    Es ist ein unerwarteter Schritt von Jaguar: Fast 3000 Exemplare des Elektroautos I-Pace aus dem Jahr 2019 werden in den USA vom Hersteller selbst zurückgekauft.

    Der Grund dafür ist ein potenzielles Brandrisiko, das auf eine Überhitzung der Hochvolt-Batterie zurückzuführen ist.

    Fünf Rückrufe und kein Ende in Sicht

    Seit Mai 2023 hat Jaguar den I-Pace fünfmal wegen dieses Problems zurückgerufen. Trotz intensiver Bemühungen konnte bisher keine dauerhafte Lösung gefunden werden, um die Gefahr einer Überhitzung zu beseitigen.

    Jaguar i-Pace
    Die betroffenen Modelle aus dem Jahr 2019 wurden insgesamt bereits fünf Mal zurückgerufen. - Depositphotos

    Daher entschied sich Jaguar nun dazu, insgesamt 2760 betroffene Fahrzeuge auf eigene Kosten wieder anzukaufen. Was die Besitzer jetzt ohne Auto machen, bleibt erstmal unklar.

    Vom Software-Update zum Rückkauf

    Die Probleme begannen Mitte 2023 mit einem Rückruf für I-Pace-Modelle, bei denen eine thermische Überlastung festgestellt wurde. Es drohte ein Schadensszenario, in dem es im schlimmsten Fall zu einem Fahrzeugbrand kommen könnte.

    Zunächst versuchte man das Problem durch ein Software-Update zu beheben, welches den Betriebsstatus des Batteriepacks überwachen sollte. Doch trotz dieser Massnahmen mussten Modelle erneut im Oktober desselben Jahres sowie dreimal im laufenden 2024 zurückgerufen werden.

    Denn in den USA wurden drei Brände in Verbindung mit dem I-Pace gemeldet, obwohl diese Fahrzeuge bereits das Software-Update erhalten hatten. Grund genug für die Automobilbranche, sich zum höchst seltenen Schritt des Rückkaufs zu entschliessen.

    Brisant: Batterien stammen nicht von Jaguar

    Für Jaguar alles andere als eine gute Publicity. Dabei könnte man bei beinahe Mitleid mit dem Hersteller haben, denn die problematischen Hochvolt Batterien stammen nicht aus dem eigenen Haus. In den betroffenen Modellen sind Batterien der Firma LG verbaut.

    Jaguar I-Pace
    Dass das Problem möglicherweise gar nicht selbst verschuldet ist, dürfte für Jaguar besonders ärgerlich sein. - Depositphotos

    Die Rückkaufaktion betrifft ausschliesslich I-Pace-Fahrzeuge in den USA.

    Zwar kam es beim I-Pace auch in Europa zu Rückrufaktionen. Ob dieser jedoch eine breit angelegten Rückkaufaktion folgen wird, ist derzeit noch ungewiss.

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