Wie Over-the-Air-Updates die Autobranche verändern

    Marvin Kahlenberg
    Marvin Kahlenberg

    Willkommen in der Ära der intelligenten Autos! Genau wie Smartphones und Laptops können mittlerweile auch Fahrzeuge online Softwareaktualisierungen empfangen.

    Hyundai Ioniq
    Die Ioniq-Baureihe von Hyundai soll dank OTA-Updates immer auf dem neuesten Stand sein. - Hyundai

    Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf und entdecken neue Funktionen oder Fehlerbehebungen in Ihrem Auto – ganz so, als hätten Sie ein brandneues Betriebssystem auf Ihrem iPhone installiert. Das ist keine Science-Fiction mehr, sondern bereits Realität, dank der sogenannten Over-the-Air-Updates (OTA).

    Diese werden von den Herstellern über Mobilfunknetze oder Wi-Fi bereitgestellt und verändern sowohl die Nutzung als auch die Wartung der Fahrzeuge. Doch wie funktioniert das genau?

    Magie hinter den Kulissen: OTA-Updates

    Die Systeme sind unauffällig im Hintergrund aktiv, während das Fahrzeug genutzt wird und eine Verbindung zu Wi-Fi oder einem Mobilfunknetz besteht. Sobald ein Update zur Installation bereitsteht, erhalten Sie eine Benachrichtigung auf dem Infotainmentbildschirm Ihres Autos.

    Audi Q4 e-tron
    Audi führte die OTA-Funktion erstmals beim Q4 e-tron ein. - Audi

    Bei der Installation der neuen Software ist Vorsicht angebracht: Auch wenn viele Hersteller behaupten, dass ihre Updates innerhalb weniger Minuten abgeschlossen sind, benötigen einige möglicherweise eine ganze Nacht zum Abschliessen.

    Besonders bei Elektroautos ist es ratsam, diese während des Updatevorgangs an das Ladegerät anzuschliessen. So vermeiden Sie es am Morgen zwar eine brandneue Software, aber dafür eine geringe Restreichweite vorzufinden.

    SOTA versus FOTA: Die zwei Gesichter der OTA-Updates

    Es gibt zwei Arten von OTA-Updates: Software Over-the-Air (SOTA) und Firmware Over-the-Air (FOTA). SOTAs sind derzeit populärer, auch weil bisher weniger Autos Firmware-Updates über das Netz durchführen können.

    Diese SOTA-Optimierungen betreffen hauptsächlich Wartungsarbeiten, das Beheben von Fehlern oder Verbesserungen der User-Experience. FOTAs hingegen sind leistungsstärker als SOTAs, da sie sich mit der Firmware des Fahrzeugs befassen.

    Diese Art von Updates ist in High-End-Fahrzeugen häufiger zu finden, insbesondere bei Elektroautos.

    Warum Ihr Auto OTA-Updates benötigt

    Mit zunehmender Intelligenz unserer Autos steigt auch der Bedarf an regelmässigen Software- und Firmwareupdates. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jedes Mal zum Service fahren zu müssen, wenn ein Update ansteht– das wäre nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer!

    BMW Connected, Werbefoto
    Auch BMW bietet bei den neusten Modellen OTA-Updates an. - BMW

    Dank OTA-Updates kann Ihr Auto nun bequem ortsunabhängig aktualisiert werden. Darüber hinaus helfen diese Updates dabei, die Autos über lange Zeiträume aktuell zu halten und Rückrufe einzudämmen.

    Sind OTA-Updates sicher?

    Zur Wahrheit gehört, dass bei vernetzten Autos ein grundsätzliches Risiko besteht, dass Hacker Zugriff auf das digitale System des Fahrzeugs erlangen. Die Software-Architektur gilt jedoch als äusserst sicher – auch dank modernste Verschlüsselungstechniken.

    Risiken durch das Herunterladen von OTA-Updates sind bisher nicht bekannt. Auch was den Schutz persönlicher Daten angeht, erfüllen heutige Neuwagen hohe Standards.

    Klar ist, dass in Zukunft beinahe jedes Fahrzeug über OTA-Möglichkeiten verfügen wird. Ob die Updates in der Breite zu nachhaltigeren und sichereren Fahrzeugen beitragen, bleibt abzuwarten.

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