Mustang-Legende: «Nur noch 60 Sekunden»

Daniel Huber
Daniel Huber

Dieser Mustang ist die ultimative Filmikone auf Rädern. Entdecken Sie die faszinierende Geschichte hinter dem berühmtesten Shelby-Umbau der Kinogeschichte.

Fusion Motor Company
Ein echtes Schmuckstück, weltbekannt aus dem Film Nur noch 60 Sekunden. - Fusion Motor Company

In der Hierarchie der berühmten Filmfahrzeuge steht ein Name unangefochten an der Spitze: «Eleanor».

Dieses silbergraue Biest mit den markanten schwarzen Streifen verkörpert für Enthusiasten die Symbiose aus roher Kraft und zeitloser Ästhetik.

Die Hollywood-Geburt

Technisch basiert der Star aus dem Blockbuster «Nur noch 60 Sekunden» ursprünglich auf einem 1967er Ford Mustang Fastback. Doch die moderne Eleanor entstand exklusiv für das Hollywood-Remake im Jahr 2000.

Der renommierte Designer Chip Foose entwarf gemeinsam mit Steve Stanford den radikalen Look. Anstatt einer klassischen Restauration wählten die Macher einen extremen «Restomod»-Ansatz: Historische Substanz wurde mit modernster Technik kombiniert.

Insgesamt produzierten die beteiligten Werkstätten elf Fahrzeuge für die Dreharbeiten. Nur drei dieser echten Filmautos – die sogenannten «Hero Cars» – überstanden die aufwendigen Stunts und befinden sich heute in Sammlerhand.

Performance und brachiale Technik

Unter der markanten Fiberglas-Haube sorgt ein leistungsstarker 5.8-Liter-V8-Motor für massiven Vortrieb. Eine moderne Benzineinspritzung optimiert dabei die Kraftentfaltung des historischen Triebwerks für den heutigen Einsatz.

Ein ikonisches Merkmal im Innenraum ist der «Go Baby Go»-Knopf auf dem Schaltknauf. Er aktiviert – zumindest im Film – ein Lachgassystem für den entscheidenden Leistungsschub.

Damit die Gewalt des Motors auch auf die Strasse kommt, verfügt der Wagen über moderne Gewindefahrwerke und Hochleistungsbremsen. So lässt sich der schwere Klassiker fast so präzise wie ein zeitgenössischer Sportwagen dirigieren.

Design und Details

Die Lackierung in «Pepper Gray» mit den zwei breiten «Le Mans»-Streifen ist bis heute das Markenzeichen der Eleanor. Zentral montierte Zusatzscheinwerfer in der tief gezogenen Frontschürze und die charakteristischen Sidepipes verleihen dem Wagen sein aggressives Gesicht.

Vernietete Kotflügelverbreiterungen und der ausgeprägte Heckspoiler sorgen für den nötigen Anpressdruck. Im Interieur trifft Tradition auf Moderne: Ein klassisches Holzlenkrad und massgeschneiderte Ledersitze reflektieren den Geist des legendären Konstrukteurs Carroll Shelby.

Der Mythos auf dem Markt

Eine echte Film-Eleanor in der eigenen Garage zu besitzen, bleibt für die meisten ein Traum. Die Lizenzen für offizielle Nachbauten waren jahrelang Gegenstand hitziger Rechtsstreitigkeiten.

Inzwischen fertigen spezialisierte Manufakturen wie die Fusion Motor Company wieder offiziell zertifizierte Neuauflagen. Diese exklusiven Fahrzeuge nutzen teils moderne Carbon-Komponenten und aktuelle Sicherheitstechnik.

Ein hochwertiger Nachbau kostet heute schnell mehrere hunderttausend Schweizer Franken. Doch für wahre Liebhaber übersteigt der emotionale Wert dieser Ikone den Kaufpreis bei weitem.

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