Brieftasche wird digital: Der neue Schweizer E-Führerausweis
Das Smartphone wird endgültig zur Schaltzentrale: Erfahren Sie alles über den neuen digitalen Identitätsnachweis der Schweiz.

Die Digitalisierung erreicht die Hosentaschen der Schweizer Autofahrer. Erforderte jede Polizeikontrolle bisher das Vorweisen des Plastikausweises, ändert sich dies mit der Einführung der Swiyu-App grundlegend.
Die technologische Basis bildet eine hochsichere Infrastruktur für digitale Identitäten (E-ID). Ab 2026 integriert der Bund den Führerausweis direkt in dieses verschlüsselte System.

Damit schliesst die Schweiz technologisch zu den europäischen Vorreitern auf.
Swiyu-App: Datensouveränität im Fokus
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) entwickelt die Anwendung derzeit mit Hochdruck. Nutzer speichern ihre Identitätsdaten künftig lokal auf dem eigenen Smartphone.
Ein zentrales staatliches Register für die dauerhafte Speicherung dieser sensiblen Informationen existiert bewusst nicht. Das System nutzt das Prinzip der Self-Sovereign Identity (SSI) für maximale Datensouveränität.
Offizielle Stellen prüfen die Echtheit der Daten über eine gesicherte kryptografische Schnittstelle – ein Verfahren, das den Schutz der Privatsphäre bei jedem digitalen Behördengang garantiert.
Praktischer Nutzen im Strassenverkehr
Bei einer Verkehrskontrolle scannen Polizisten künftig einfach einen temporär generierten QR-Code. Das Suchen im Handschuhfach gehört damit der Vergangenheit an.
Auch private Akteure wie Mietwagenfirmen profitieren von der fälschungssicheren Verifizierung der Fahrberechtigung. Innerhalb der Schweiz gilt der digitale Nachweis rechtlich als vollwertiger Ersatz zum physischen Dokument.
Hinweis: Für Reisen ins Ausland empfiehlt das Bundesamt für Strassen (ASTRA) vorerst, die Plastikkarte weiterhin mitzuführen, da die internationalen Standards zur gegenseitigen Anerkennung noch im Aufbau sind.
Sicherheit durch Transparenz
Höchste Sicherheitsstandards verhindern den Missbrauch der Daten. Die Swiyu-App verlangt bei jedem Zugriff eine biometrische Identifikation.
Bei Verlust des Smartphones lassen sich sämtliche Berechtigungen umgehend sperren. Da die Bundesbehörden konsequent auf eine Open-Source-Lösung setzen, ist der Quellcode für unabhängige Experten einsehbar.
Dies schafft Transparenz und Vertrauen in die Sicherheit der Infrastruktur.
Der Fahrplan bis zum Rollout
Derzeit durchläuft das System intensive Testphasen in mehreren Kantonen. Die gesetzlichen Grundlagen für die neue E-ID haben die parlamentarischen Hürden bereits erfolgreich genommen.
Im Laufe des Jahres 2026 startet der offizielle Rollout für die gesamte Bevölkerung. Die App wird kostenlos in den gängigen Stores erhältlich sein.
Neben dem Führerausweis sollen schrittweise weitere Dokumente wie Wohnsitzbestätigungen folgen – ein entscheidender Schritt in Richtung einer papierlosen Verwaltung.














