Der 25-Millionen-Krimi: Bond-Dienstwagen nach Jahrzehnten entdeckt

Geraubt, verschollen, gefunden: Der legendäre Bond-Aston Martin aus «Goldfinger ist nach 25 Jahren wieder aufgetaucht. Eine Spurensuche bis in den Nahen Osten.

Der legendäre Spionagewagen verschwand vor über einem Vierteljahrhundert spurlos aus einem streng bewachten Hangar. Nach Jahrzehnten der Ungewissheit taucht das wohl berühmteste Filmauto der Welt nun plötzlich wieder auf ...
Die Mechanik des Aston Martin DB5 fasziniert Sammler seit jeher durch ihre technische Präzision und zeitlose Eleganz. In der Welt der Agentenfilme machte vor allem der legendäre Schleudersitz dieses silberne Modell zum unsterblichen Mythos.
Ein ganz besonderes Exemplar aus dem Film «Goldfinger» lieferte jedoch den Stoff für ein reales Kriminaldrama. Im Jahr 1997 entwendeten Unbekannte den Wagen gewaltsam aus einem vermeintlich sicheren Hangar im US-Bundesstaat Florida.
Spektakulärer Raub und wilde Theorien
Seit diesem Tag galt die wertvolle Karosserie weltweit als eines der meistgesuchten Diebesgüter der Kriminalgeschichte. Die Täter drangen nachts in den gut geschützten Hangar am Flughafen von Boca Raton ein.

Sie nutzten die Schwachstellen der Überwachung gezielt aus und schleppten den Aston Martin kurzerhand ab. Am Tatort fanden die Ermittler klare Reifenspuren, die auf einen professionellen Abtransport in einem Frachtflugzeug hindeuteten.
Der damalige Besitzer Anthony Pugliese III. hatte das Fahrzeug kurz vor dem Diebstahl für eine enorme Summe versichert. In der Folgezeit kursierten zahlreiche Theorien über einen inszenierten Raub zum Zweck eines lukrativen Versicherungsbetrugs.
Ein Durchbruch nach 25 Jahren Rätselraten
Dennoch blieb der exakte Verbleib des Wagens mit seinen eingebauten Film-Gadgets für über 25 Jahre ein ungelöstes Rätsel. Spezialisierte Detektive der Organisation «Art Recovery International» verfolgten über Jahrzehnte hinweg jede noch so kleine Spur.
Die Experten setzten dabei auf ein globales Netzwerk sowie auf modernste Datenbanken zur Prüfung internationaler Fahrgestellnummern. Vor wenigen Jahren lieferte schliesslich ein anonymer Hinweis den entscheidenden Durchbruch bei der langjährigen Suche.
Das Fahrzeug mit der Original-Chassis-Nummer steht heute offenbar in einer diskreten, privaten Sammlung im Nahen Osten. Dort wechselte der prominente Oldtimer über die Jahre mehrfach heimlich seine Besitzer und die jeweiligen Standorte.
Schweizer Präzision bei der Provenienz
Der aktuelle Marktwert dieser cineastischen Ikone beläuft sich mittlerweile auf schätzungsweise 25 Millionen Schweizer Franken. Gerade in der Schweiz geniesst der Erhalt von historischem Kulturgut auf vier Rädern einen extrem hohen Stellenwert.
Lokale Sammler investieren regelmässig hohe Beträge in modernste Sicherheitstechnik und die lückenlose Dokumentation ihrer Schätze. Der Fall des verschollenen Bond-Wagens unterstreicht die Wichtigkeit von verifizierten Provenienznachweisen beim Kauf von Klassikern.
Potenzielle Käufer sollten die Historie eines Fahrzeugs stets durch unabhängige Gutachter und Archive lückenlos bestätigen lassen. Moderne Sicherungssysteme wie versteckte GPS-Sender verhindern heute solche spektakulären Verluste, wie sie damals in Florida geschahen.
Die wahrscheinliche Rückführung des DB5 zeigt zudem, dass die Gemeinschaft der Autoliebhaber niemals eine Legende vergisst. Es bleibt abzuwarten, wann dieser silberne Mythos der Weltöffentlichkeit erstmals wieder in voller Pracht präsentiert wird.





